Was kostet eine Wand aus Porenbeton?
Für eine komplett durch einen Handwerker errichtete Wand aus Porenbeton liegen die Kosten meist zwischen 55 und 110 Euro pro Quadratmeter. Der genaue Preis hängt stark von der Wanddicke, der Rohdichteklasse der Steine und dem regionalen Lohnniveau ab.
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Porenbeton, oft auch unter dem Begriff Gasbeton bekannt, ist ein leichter und hervorragend dämmender Baustoff. Wenn du eine neue Innen- oder Außenwand planst, stellt sich schnell die Frage nach dem Budget. In diesem Ratgeber erfährst du detailliert, wie sich die Kosten für eine Wand aus Porenbeton zusammensetzen, welche Material- und Arbeitskosten auf dich zukommen und worauf du bei der Planung achten musst.
Kosten für eine Wand aus Porenbeton im Überblick
Die Gesamtkosten für eine fertige Porenbetonwand setzen sich aus dem Material (Steine und Kleber) sowie der Arbeitsleistung des Maurers zusammen. Je nach Funktion der Wand – ob als dünne Trennwand oder als massive Außenwand – variieren die Preise erheblich. Regionale Gegebenheiten und die Zugänglichkeit der Baustelle können die Quadratmeterpreise in der Spitze auf bis zu 150 Euro ansteigen lassen.
| Wandtyp und Stärke | Gesamtkosten pro m² (Material + Arbeit) |
|---|---|
| Innenwand (ca. 25 cm stark) | 55 € – 75 € |
| Außenwand (ca. 36,5 cm stark) | 80 € – 110 € |
Hinweis: Diese Preise dienen als erste Orientierung für das reine Mauerwerk. Kosten für einen anschließenden Verputz, Tapeten oder Farbe sind hier noch nicht enthalten.
Materialkosten: Porenbetonsteine und Dünnbettmörtel
Porenbeton wird im Fachhandel meist pro Stück, pro Quadratmeter oder bei großen Abnahmemengen pro Kubikmeter abgerechnet. Ein Kubikmeter Gasbeton kostet im Handel durchschnittlich zwischen 120 und 150 Euro. Für die genaue Kalkulation ist jedoch der Quadratmeterpreis der jeweiligen Wanddicke entscheidender.
Preise für Plansteine nach Wanddicke
- Dünne Planbauplatten (10 cm): Diese werden oft für einfache Vorsatzschalen oder Verkleidungen genutzt. Die Kosten liegen bei etwa 10,53 Euro pro Quadratmeter.
- Nichttragende Trennwände (11,5 cm): Für eine klassische Innenwand musst du mit Materialkosten von ca. 25,10 Euro pro Quadratmeter rechnen.
- Stärkere Wände (24 bis 25 cm): Sollen dickere Wände errichtet werden, liegen die Kosten je nach Festigkeitsklasse bei rund 29,60 bis 43,51 Euro pro Quadratmeter.
Kosten für den Baukleber
Porenbeton wird nicht mit klassischem, dickem Mauermörtel verarbeitet, sondern im Dünnbettverfahren verklebt. Der spezielle Dünnbettmörtel (Baukleber) kostet zwischen 0,20 und 0,30 Euro pro Kilogramm. Mit einem Kilogramm Kleber lassen sich etwa 0,5 bis 0,6 Quadratmeter Klebefläche bearbeiten. Die Kosten für den Kleber fallen bei der Gesamtbetrachtung also nur geringfügig ins Gewicht.
Arbeitskosten: Das berechnet der Maurer
Wenn du einen Fachbetrieb über eine Handwerkerbörse beauftragst, rechnet dieser seine Leistung entweder nach Stundenaufwand oder mit einem festen Quadratmeterpreis für die fertige Wandfläche ab.
- Stundensätze: Ein qualifizierter Maurer kostet durchschnittlich zwischen 45 und 65 Euro pro Stunde.
- Quadratmeterpreise: Für das reine Errichten einer 25 cm starken Porenbetonwand (ohne Material) berechnen Handwerker in der Regel 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter an Arbeitslohn.
Zusätzliche Kosten entstehen, wenn statische Besonderheiten berücksichtigt werden müssen. Müssen beispielsweise Stahlbetonarbeiten für Ringbalken oder Fenster- und Türstürze integriert werden, schlagen diese mit zusätzlich 30 bis 60 Euro pro laufendem Meter zu Buche.
Beispielrechnung: Nichttragende Innenwand einziehen lassen
Um die Kosten greifbarer zu machen, betrachten wir ein typisches Projekt: Ein Fachbetrieb soll eine nichttragende Innenwand aus Porenbeton errichten. Die Wand ist 25 cm stark, 5 Meter breit und 2,5 Meter hoch. Daraus ergibt sich eine Gesamtfläche von 12,5 Quadratmetern.
| Kostenpunkt | Kalkulierte Kosten |
|---|---|
| Porenbetonsteine (Material) | 370,00 € – 500,00 € |
| Baukleber / Dünnbettmörtel (Material) | 4,00 € – 8,00 € |
| Arbeitskosten (Errichten der Mauer) | 312,00 € – 438,00 € |
| Gesamtkosten | 686,00 € – 946,00 € |
Diese Spanne ergibt sich aus der Wahl der genauen Steinklasse und den regional unterschiedlichen Stundensätzen der Handwerker.
Wichtige Kostentreiber und bauphysikalische Eigenschaften
Die Wahl des richtigen Porenbetons beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch die Eigenschaften deines Gebäudes. Folgende Faktoren solltest du bei der Planung berücksichtigen:
Wärmedämmung und Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Porenbeton besitzt hervorragende Wärmedämmeigenschaften mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,07 bis 0,08 W/(m·K). Wenn du eine Außenwand planst, kannst du mit einer 36,5 cm dicken, monolithischen (einschaligen) Wand aus Porenbeton einen U-Wert von ca. 0,21 W/(m²·K) erreichen. Damit erfüllst du die strengen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für Neubauten oft ohne ein teures, zusätzliches Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Erreichst du durch den Einsatz von Porenbeton den Standard Klimafreundlicher Neubau, sind zudem zinsgünstige Förderkredite der KfW möglich. Bei Sanierungen greift die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Schallschutz und Rohdichteklasse
Da Porenbeton zu bis zu 80 Prozent aus Luftporen besteht, ist er sehr leicht. Das ist gut für die Dämmung, aber ein Nachteil beim Schallschutz. Standard-Porenbeton bietet einen geringeren Schallschutz als schwere Steine wie Kalksandstein. Benötigst du einen besseren Schallschutz, musst du Steine mit einer höheren Rohdichteklasse (z. B. RDK 1,4 bis 2,0) wählen. Diese bringen mehr Masse mit, sind aber in der Regel teurer und dämmen Wärme etwas schlechter.
Brandschutz
Porenbeton ist ein mineralischer Baustoff und nicht brennbar. Fachgerecht errichtete Wände weisen einen sehr hohen Brandschutz auf und werden nach der europäischen Brandschutznorm DIN EN 13501 klassifiziert. Hier entstehen dir keine unerwarteten Zusatzkosten für spezielle Brandschutzbeschichtungen.
So bereitest du deine Handwerker-Anfrage vor
Damit du auf einer Handwerkerbörse vergleichbare und realistische Angebote erhältst, sollte deine Anfrage so präzise wie möglich sein. Achte auf folgende Angaben:
- Maße der Wand: Gib die genaue Länge und Höhe an.
- Funktion: Handelt es sich um eine tragende oder nichttragende Wand? Ist es eine Innen- oder Außenwand?
- Öffnungen: Sind Türen oder Fenster geplant? (Hierfür werden Stürze benötigt).
- Zugänglichkeit: In welchem Stockwerk wird gebaut? Gibt es einen Aufzug oder muss das Material über enge Treppen getragen werden?
- Vorarbeiten: Muss alter Bodenbelag entfernt werden oder steht die Wand auf dem Rohfußboden?
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich eine Porenbetonwand selbst mauern?
Ja, bei nichttragenden Trennwänden ist das für geübte Heimwerker gut machbar. Das Material ist leicht, lässt sich einfach sägen und wird im Dünnbettverfahren verklebt. Sobald es sich jedoch um eine tragende Wand handelt, ist es aus Sicherheitsgründen dringend erforderlich, einen Statiker und einen professionellen Maurer hinzuziehen, um die Standsicherheit des Gebäudes nicht zu gefährden.
Brauche ich bei einer Außenwand aus Porenbeton eine zusätzliche Dämmung?
Nein, in vielen Fällen nicht. Ab einer Wandstärke von 36,5 cm und der passenden Rohdichteklasse kann Porenbeton monolithisch verbaut werden. Das bedeutet, die Wand kommt ohne zusätzliche Dämmschicht aus und erfüllt dennoch die aktuellen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Wie gut schützt Porenbeton vor Lärm?
Aufgrund des geringen Gewichts und der vielen Lufteinschlüsse ist der Standard-Schallschutz von Porenbeton geringer als bei schweren Baustoffen. Für Wände, die starkem Lärm ausgesetzt sind, müssen spezielle Porenbetonsteine mit einer höheren Rohdichteklasse gewählt werden, was die Materialkosten erhöht.
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