Was kostet es, einen Sichtschutz montieren zu lassen?

Die Kosten für die Montage eines Sichtschutzes durch einen Fachbetrieb liegen inklusive Material und Fundament meist zwischen 100 und 400 Euro pro laufendem Meter. Der genaue Preis hängt stark davon ab, ob du dich für günstige Doppelstabmatten, Holz, WPC oder hochwertiges Aluminium entscheidest und wie aufwendig die Erdarbeiten ausfallen.

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Direkte Antwort: Sichtschutz montieren Kosten im Überblick

Wenn du einen Sichtschutz von einem Fachbetrieb montieren lässt, wird in der Regel pro laufendem Meter (lfm) abgerechnet. Die Gesamtkosten setzen sich aus dem gewählten Material, den Fundamentarbeiten und der reinen Arbeitsleistung zusammen. Je nach Ausführung bewegen sich die Komplettpreise meist zwischen 100 und 400 Euro pro laufendem Meter.

Die folgende Tabelle gibt dir eine Orientierung über die durchschnittlichen Kosten der einzelnen Posten:

Kostenpunkt Preisspanne pro laufendem Meter (lfm)
Doppelstabmattenzaun (inkl. Sichtschutzstreifen) 45 € – 60 €
Holz-Sichtschutz (geschlossen) 60 € – 140 €
WPC-Sichtschutz (Hohlkammer bis Vollprofil) 100 € – 170 €
Aluminium-Sichtschutz 120 € – 220 €
Fundamentarbeiten (Beton-Punktfundamente) 15 € – 50 €
Arbeitsleistung Montage (Fachbetrieb) 40 € – 100 €

Hinweis: Hinzu kommen oft noch Anfahrts- oder Speditionskosten (ca. 50 bis 120 Euro) sowie eventuelle Kosten für die Demontage eines alten Zauns. Wird nach Stunden abgerechnet, liegt der Stundenlohn im Garten- und Landschaftsbau typischerweise zwischen 50 und 80 Euro.

Die größten Preistreiber beim Sichtschutzzaun

Warum kostet der eine Zaun 150 Euro pro Meter und der andere 350 Euro? Die Preisunterschiede entstehen hauptsächlich durch drei Faktoren:

1. Die Materialwahl

Das Material ist der größte Hebel bei den Kosten. Ein einfacher Doppelstabmattenzaun, in den Kunststoffstreifen eingeflochten werden, ist die günstigste blickdichte Lösung. Holz ist in der Anschaffung ebenfalls relativ preiswert, erfordert aber regelmäßige Pflege. Der Sprung zu pflegeleichten Materialien wie WPC (Wood Plastic Composite) oder Aluminium verdoppelt bis verdreifacht die reinen Materialkosten schnell. Bei WPC gibt es zudem Preisunterschiede zwischen günstigeren Hohlkammerprofilen (45 bis 80 Euro/lfm) und massiven Vollprofilen (75 bis 120 Euro/lfm, jeweils zuzüglich Pfosten).

2. Bodenbeschaffenheit und Fundament

Ein geschlossener Sichtschutz bietet dem Wind eine enorme Angriffsfläche und wirkt wie ein Segel. Daher müssen die Pfosten zwingend frostsicher – also etwa 80 Zentimeter tief – einbetoniert werden. Wenn der Boden auf deinem Grundstück sehr hart ist, viele Wurzeln enthält oder Bauschutt im Weg liegt, steigt der Aufwand für den Erdaushub. Auch Hanglagen oder Pflastersteine, die für Kernbohrungen durchbrochen werden müssen, treiben die Montagekosten in die Höhe.

3. Zierelemente und Sondermaße

Standardmaße (meist 1,80 m x 1,80 m) sind in der Produktion am günstigsten. Sobald du Glaseinsätze, spezielle Aluminium-Leisten oder Höhen über dem Standardmaß wünschst, sind teure Zuschnitte und Spezialteile erforderlich.

Realistisches Preisbeispiel: 15 Meter WPC-Sichtschutz

Um die theoretischen Werte greifbar zu machen, betrachten wir ein typisches Projekt. Angenommen, du möchtest einen 15 Meter langen und 1,80 Meter hohen Sichtschutzzaun aus WPC-Vollprofilen errichten lassen. Das Gelände ist ebenerdig, der Boden normal (kein Fels oder Bauschutt). Das Material wird über den Fachbetrieb bezogen, der auch die Beton-Punktfundamente setzt.

  • Materialkosten (WPC-Elemente, Pfosten, Befestigung): 15 lfm × 130 € = 1.950 €
  • Fundamentarbeiten (Material & Erdaushub): 15 lfm × 35 € = 525 €
  • Arbeitsleistung (Montage der Pfosten & Elemente): 15 lfm × 60 € = 900 €
  • Anfahrt & Baustelleneinrichtung: pauschal 150 €

Gesamtkosten (netto): 3.525 €
Gesamtkosten inkl. 19 % MwSt.: ca. 4.194 €

In diesem Beispiel landest du bei einem Bruttopreis von rund 280 Euro pro laufendem Meter für eine langlebige, pflegefreie Komplettlösung.

Rechtliche Vorgaben und Nachbarschaftsrecht

Bevor du Handwerker beauftragst, musst du die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Ein Sichtschutz darf nicht überall beliebig hoch gebaut werden.

Zulässige Höhe und Baugenehmigung

Während niedrige Zäune (z. B. 1,20 m) meist unproblematisch sind, gelten für Sichtschutzelemente andere Regeln. Je nach Bundesland und lokalem Bebauungsplan sind Höhen von 1,70 m bis 1,90 m, teilweise auch bis 2,00 m, oft genehmigungsfrei erlaubt. Für alles, was darüber hinausgeht, benötigst du in der Regel eine Baugenehmigung. Erkundige dich daher immer vorab beim zuständigen Bauamt nach den örtlichen Vorschriften.

Nachbarrecht und Kostenteilung

Zäune, die direkt auf der Grundstücksgrenze stehen, unterliegen dem Nachbarrechtsgesetz deines Bundeslandes. Hier gilt oft das Prinzip der „ortsüblichen Einfriedung“. Steht der Sichtschutz exakt auf der Grenze, ist die Zustimmung deines Nachbarn zwingend erforderlich. In Bundesländern mit Einfriedungspflicht (wie NRW, Hessen oder Niedersachsen) können die Kosten für einen Grenzzaun unter Umständen hälftig geteilt werden. Allerdings gilt dies nur für eine ortsübliche Ausführung. Du kannst deinem Nachbarn nicht ohne dessen Zustimmung die halben Kosten für einen teuren WPC- oder Alu-Zaun aufzwingen.

Spartipps und steuerliche Vorteile

Ein neuer Sichtschutz ist eine Investition, aber es gibt Wege, das Budget zu schonen:

  • Eigenleistung bei Vorarbeiten: Die Montage macht oft 40 bis 50 Prozent der Gesamtkosten aus. Wenn du handwerklich geschickt bist, kannst du den alten Zaun selbst abbauen und entsorgen oder die Löcher für die Fundamente selbst ausheben. Das spart wertvolle Handwerkerstunden.
  • Steuern sparen: Es gibt zwar keine direkten staatlichen Förderungen für reine Sichtschutzzäune, aber du kannst die Arbeitskosten steuerlich geltend machen. Private Auftraggeber können 20 Prozent der reinen Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten (bis maximal 1.200 Euro Ersparnis pro Jahr) als haushaltsnahe Handwerkerleistungen nach § 35a EStG von der Steuer absetzen. Wichtig: Die Materialkosten sind davon ausgenommen, und du benötigst eine ordentliche Rechnung, die per Überweisung gezahlt wurde.

So bereitest du deine Anfrage bei Handwerkern vor

Um vergleichbare und realistische Angebote von Garten- und Landschaftsbauern oder Zaunbauern zu erhalten, solltest du deine Anfrage präzise formulieren. Folgende Informationen helfen den Betrieben bei der Kalkulation:

  • Gesamtlänge und Wunschhöhe: Wie viele laufende Meter werden benötigt und wie hoch soll der Sichtschutz sein?
  • Materialwunsch: Bevorzugst du Holz, WPC, Aluminium oder Doppelstabmatten?
  • Bodenbeschaffenheit: Ist der Boden weich, steinig oder von Wurzeln durchzogen? Gibt es ein Gefälle auf der Strecke?
  • Zugänglichkeit: Kommt man mit Maschinen (z. B. einem kleinen Bagger für Erdarbeiten) gut an die Grundstücksgrenze?
  • Zusatzleistungen: Muss ein alter Zaun demontiert und entsorgt werden?

Mit diesen Angaben kannst du dir verschiedene Angebote einholen und die Preise sowie den genauen Leistungsumfang in Ruhe vergleichen.

Häufige Fragen (FAQ)

Holz oder WPC – was ist besser?

Holz ist in der Anschaffung günstiger (ab ca. 60 €/lfm), erfordert aber regelmäßiges Streichen oder Lasieren und hält oft nur 10 bis 15 Jahre. WPC ist teurer (ab ca. 100 €/lfm), dafür aber pflegefrei, splitterfrei und erreicht eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Langfristig rechnet sich WPC oft durch den geringeren Wartungsaufwand.

Was ist die günstigste blickdichte Lösung?

Die preiswerteste Variante für einen stabilen Sichtschutz ist ein klassischer Doppelstabmattenzaun, in den nachträglich Kunststoff-Sichtschutzstreifen eingeflochten werden. Hier liegen die reinen Materialkosten bei nur etwa 45 bis 60 Euro pro laufendem Meter.

Brauche ich die Zustimmung des Nachbarn für den Sichtschutz?

Wenn der Sichtschutz exakt auf der Grundstücksgrenze errichtet wird, ist die Zustimmung des Nachbarn zwingend erforderlich. Steht der Zaun jedoch komplett auf deinem eigenen Grundstück, benötigst du keine Zustimmung, musst aber die im Bebauungsplan und Nachbarrecht vorgeschriebenen Grenzabstände und Maximalhöhen strikt einhalten.