August 16, 2026

Was kostet ein Schieferdach? Preise, Deckarten und Beispielrechnung

Für eine reine Neueindeckung mit Schiefer (Material und Arbeitsleistung) musst du mit Kosten zwischen 75 und 200 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei einer Komplettsanierung inklusive Gerüst, Unterkonstruktion und Entsorgung des alten Daches steigen die Preise auf 130 bis 350 Euro pro Quadratmeter, abhängig von der gewählten Deckart und dem Zustand des Unterbaus.

Kostenlos für Auftraggeber

Schieferdach Kosten: Preise für Material, Deckarten und Dachdeckerarbeiten: Angebote vergleichen.

Kostenlos und unverbindlich.

  • Kostenlos anfragen
  • Geprüfte Betriebe
  • 100% unverbindlich
Auftrag einstellen
Schieferdach Kosten: Preise für Material, Deckarten und Dachdeckerarbeiten Preis-Vergleich

Ein Schieferdach verleiht deinem Haus eine edle Optik und punktet mit extremer Langlebigkeit. Doch die handwerkliche Kunst des Schieferdeckens hat ihren Preis. Wenn du eine Sanierung oder einen Neubau planst, solltest du die verschiedenen Kostenpunkte genau kennen.

Schieferdach Kosten im Überblick: Material und Arbeitsleistung

Die Kosten für ein Schieferdach setzen sich im Kern aus dem Material und der Arbeitszeit des Dachdeckers zusammen. Für die reine Eindeckung (Material plus Verlegung auf einer intakten Unterkonstruktion) liegen die Preise meist zwischen 75 und 200 Euro pro Quadratmeter. Planst du eine komplette Neueindeckung inklusive Gerüst, Unterkonstruktion und Entsorgung des alten Daches, steigen die Kosten auf 130 bis 350 Euro pro Quadratmeter (brutto).

Kostenpunkt Preisspanne pro m²
Naturschiefer (nur Material) 30 – 120 Euro
Kunstschiefer / Faserzement (nur Material) 30 – 65 Euro
Arbeitsleistung (Verlegung) 40 – 120 Euro
Reine Eindeckung (Material + Arbeit) 75 – 200 Euro
Komplettsanierung (ohne Dämmung) 130 – 350 Euro

Der durchschnittliche Stundenlohn eines qualifizierten Dachdeckers liegt aktuell bei 50 bis 90 Euro. Da das Decken von Schiefer sehr zeitaufwendig ist, macht die Arbeitsleistung einen großen Teil der Gesamtkosten aus.

Die wichtigsten Preistreiber beim Schieferdach

Warum ist die Preisspanne so groß? Die endgültigen Kosten hängen von mehreren individuellen Faktoren ab, die du bei deiner Planung berücksichtigen musst.

1. Die gewählte Deckart

Die Deckart ist der größte Hebel bei den Kosten. Standardisierte Formen wie die Bogenschnittdeckung oder die Universaldeckung sind deutlich günstiger. Hier sind die Schiefersteine maschinell vorgefertigt und erfordern weniger Handarbeit. Die reine Eindeckung startet hier bei etwa 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Entscheidest du dich hingegen für die Altdeutsche Deckung oder die Wilde Deckung, muss der Handwerker jeden Stein individuell vor Ort zurichten. Diese aufwendigen Methoden treiben die Arbeitskosten massiv in die Höhe, sodass du hier mit 130 bis 180 Euro pro Quadratmeter für die reine Eindeckung rechnen musst.

2. Dachgeometrie und Dachneigung

Ein einfaches Satteldach lässt sich schneller und günstiger decken als ein stark verwinkeltes Dach. Viele Kehlen, Gauben oder Schornsteine erhöhen den Detailaufwand für den Dachdecker erheblich. Zudem erfordern steile Dächer mit einer Neigung von über 45 Grad aufwendigere Absturzsicherungen, was sowohl die Arbeits- als auch die Gerüstkosten ansteigen lässt.

3. Zustand des Unterbaus

Schiefer benötigt eine vollflächige, stabile Holzschalung als Unterkonstruktion. Wenn bei einer Sanierung die alte Schalung erneuert werden muss, steigen die Kosten im Vergleich zu einer reinen Umdeckung auf einem intakten Unterbau deutlich an. Für eine neue Unterkonstruktion inklusive Unterdeckung fallen meist 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter an.

Beispielrechnung: Komplettsanierung eines Einfamilienhauses

Um die abstrakten Quadratmeterpreise greifbarer zu machen, betrachten wir ein realistisches Beispiel. Angenommen, du besitzt ein freistehendes Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 140 Quadratmetern und einer einfachen Satteldach-Geometrie. Du entscheidest dich für eine günstige Bogenschnittdeckung mit Naturschiefer. Das alte Dach (kein Asbest) wird abgerissen und entsorgt. Der Dachstuhl ist intakt, eine neue Dämmung ist nicht erforderlich.

Leistungsposition Berechnungsgrundlage Kosten (brutto)
Gerüstbau 140 m² à 10 Euro 1.400 Euro
Abriss & Entsorgung Altdach 140 m² à 20 Euro 2.800 Euro
Neue Unterkonstruktion 140 m² à 25 Euro 3.500 Euro
Material Naturschiefer 140 m² à 50 Euro 7.000 Euro
Arbeitskosten Verlegung 140 m² à 60 Euro 8.400 Euro
Gesamtkosten ca. 140 m² Dachfläche ca. 23.100 Euro

Hinweis: Dies ist eine beispielhafte Momentaufnahme. Die tatsächlichen Preise können je nach Region, Auslastung der Betriebe und exakter Materialwahl abweichen.

Zusatzkosten: Dämmung, Asbest und Entwässerung

Bei einer Dachsanierung bleibt es selten bei der reinen Eindeckung. Folgende Zusatzkosten solltest du auf dem Schirm haben:

  • Energetische Dachdämmung: Wenn du mehr als 10 Prozent der Dachfläche erneuerst, greifen die Pflichten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Das Dach muss dann einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) erreichen. Ist das nicht der Fall, musst du zusätzlich dämmen. Eine energetische Dachdämmung kostet zusätzlich etwa 80 bis 160 Euro pro Quadratmeter.
  • Asbestentsorgung: Besondere Vorsicht ist bei alten Kunstschieferdächern geboten, die bis in die 1980er Jahre verbaut wurden. Diese enthalten oft Asbest. Für den Rückbau gelten strenge Arbeitsschutzrichtlinien (TRGS 519). Die Entsorgungskosten steigen in diesem Fall auf 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter.
  • Dachentwässerung: Neue Dachrinnen und Fallrohre werden meist pro laufendem Meter abgerechnet. Hierfür solltest du 40 bis 80 Euro pro Meter einplanen.

Fördermittel für dein neues Schieferdach

Eine reine Neueindeckung mit Schiefer wird vom Staat nicht direkt gefördert. Wenn du die Eindeckung jedoch mit einer energetischen Dachdämmung kombinierst, ändert sich die Lage. In diesem Fall können die Kosten für das Schieferdach als sogenannte Umfeldmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) beim BAFA mitgefördert werden. Der Grundfördersatz liegt bei 15 Prozent. Hast du zuvor einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen, kommen weitere 5 Prozent Bonus hinzu. Wichtig: Der Förderantrag muss zwingend gestellt werden, bevor du den Handwerker beauftragst.

So bereitest du den Angebotsvergleich vor

Da die Preise für Schieferdächer stark variieren, ist ein sorgfältiger Angebotsvergleich unerlässlich. Wenn du über eine Handwerkerbörse wie Meister-Job nach einem qualifizierten Dachdecker suchst, solltest du deine Anfrage so präzise wie möglich formulieren. Gib die ungefähre Dachfläche in Quadratmetern und die Dachneigung an. Erwähne Besonderheiten wie Gauben oder Schornsteine. Teile den Betrieben mit, aus welchem Material die alte Eindeckung besteht (besonders wichtig bei Asbestverdacht) und ob du eine bestimmte Deckart, wie etwa die Bogenschnittdeckung oder die Altdeutsche Deckung, bevorzugst. Je genauer deine Angaben sind, desto realistischer fallen die ersten Kostenschätzungen der Fachbetriebe aus.

Häufige Fragen zum Schieferdach (FAQ)

Naturschiefer oder Kunstschiefer: Was ist besser?

Naturschiefer ist in der Anschaffung teurer, überzeugt aber mit einer extremen Langlebigkeit von oft über 100 Jahren und einer hervorragenden Ökobilanz. Kunstschiefer aus Faserzement ist günstiger, muss jedoch meist nach 30 bis 40 Jahren ausgetauscht werden und kann mit der Zeit ausbleichen.

Lohnt sich ein Schieferdach finanziell?

Trotz der hohen Initialkosten im Vergleich zu einfachen Dachziegeln (die oft nur 20 bis 55 Euro pro Quadratmeter kosten) amortisiert sich ein Schieferdach auf lange Sicht. Die extreme Haltbarkeit und der sehr geringe Wartungsaufwand machen es über Jahrzehnte hinweg zu einer wirtschaftlichen Lösung.

Kann ich Photovoltaik auf einem Schieferdach installieren?

Ja, die Installation einer PV-Anlage ist möglich, aber aufwendiger und teurer als bei Ziegeldächern. Schiefer ist empfindlich und kann bei unsachgemäßer Belastung brechen. Es sind spezielle Halterungen erforderlich, und die Montage sollte nur von sehr erfahrenen Fachbetrieben durchgeführt werden, was die Arbeitskosten erhöht.

Welche Schiefer-Deckart ist die günstigste?

Wenn du die edle Schieferoptik wünschst, aber dein Budget schonen möchtest, sind die Bogenschnittdeckung, die Schuppendeckung oder die Universaldeckung die besten Optionen. Bei diesen Deckarten sind die Steine vorgefertigt und erfordern deutlich weniger handwerklichen Zuschnitt vor Ort als beispielsweise die Altdeutsche Deckung.