August 16, 2026

Was kostet es, eine Schiebetür einbauen zu lassen?

Die Kosten für den Einbau einer Schiebetür hängen stark vom Einsatzort ab. Für eine Innentür inklusive Montage planst du am besten zwischen 530 und 3.000 Euro ein, während große Terrassen-Hebeschiebetüren oft erst bei 4.500 Euro beginnen. Entscheidend ist zudem, ob die Tür platzsparend in der Wand verschwindet oder günstiger vor der Wand verläuft.

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Eine Schiebetür spart Platz, wirkt modern und kann Räume barrierefrei verbinden. Doch bevor du einen Handwerker beauftragst, solltest du die preislichen Unterschiede kennen. Die Kosten für den Einbau einer Schiebetür variieren extrem, je nachdem, ob es sich um eine einfache Zimmertür oder eine schwere Terrassentür handelt und welche Einbauart du wählst.

Innentür oder Terrassentür: Die Kosten im direkten Vergleich

Der wichtigste Faktor für dein Budget ist der Einsatzort. Bei Innentüren liegt der bundesweite Richtwert für den kompletten Einbau einer Standard-Glasschiebetür bei etwa 675 Euro. Die realistische Spanne für Material und Montage bewegt sich hier zwischen 530 und 3.000 Euro. Spezielle Lofttüren im Industriedesign starten erfahrungsgemäß erst bei 3.000 Euro.

Ganz anders sieht es bei Außentüren aus. Eine drei Meter breite Hebeschiebetür (HST) für die Terrasse kostet komplett montiert zwischen 4.500 und 7.000 Euro. Hier fließen hohe Anforderungen an Wärmedämmung, Einbruchschutz und Statik in den Preis ein.

Art der Schiebetür Typische Ausführung Geschätzte Gesamtkosten (Material + Montage)
Innentür (Aufputz) Vor der Wand laufend, Holz/Glas 530 € – 1.500 €
Innentür (Unterputz) In der Wand laufend (Taschensystem) 1.500 € – 3.000 €
Lofttür (Innen) Stahl/Glas-Optik ab 3.000 €
Terrassentür (PSK) Parallelschiebekipptür, bis 2,5 m Breite 1.500 € – 3.500 €
Terrassentür (HST) Hebeschiebetür, ca. 3 m Breite 4.500 € – 7.000 €

Materialkosten: Türblatt, Schienensystem und Zubehör

Die Materialkosten werden pro Stück abgerechnet und hängen maßgeblich von deinen Designwünschen ab.

  • Türblatt für Innentüren: Ein Standard-Türblatt aus Holz oder mit CPL-Beschichtung kostet zwischen 250 und 600 Euro. Bevorzugst du Glas (z. B. 8 mm Einscheibensicherheitsglas), beginnen die Preise bei etwa 300 Euro. Sonderausführungen wie Lasergravuren oder Verbundsicherheitsglas (VSG) treiben den Preis auf 800 bis 1.000 Euro.
  • Schienensysteme: Eine einfache Laufschiene mit Beschlägen für die Aufputz-Montage (vor der Wand) liegt bei 30 bis 150 Euro.
  • Taschenschiebetür-Kästen: Soll die Tür in der Wand verschwinden, benötigst du einen speziellen Einbaukasten. Dieser kostet allein zwischen 700 und 1.400 Euro – das Türblatt ist hier noch nicht inbegriffen.

Montagekosten: Das berechnet der Handwerker

Türen- und Fensterbauer rechnen ihre Arbeitsleistung entweder als Pauschale pro Tür oder nach Stundenaufwand ab. Der übliche Stundensatz liegt zwischen 55 und 95 Euro.

Für den Einbau einer Innentür berechnet der Fachmann in der Regel 300 bis 900 Euro. Die Montage einer großen Terrassen-Schiebetür ist deutlich aufwendiger, da die Elemente sehr schwer sind und exakt abgedichtet werden müssen. Hier macht die reine Arbeitsleistung oft 800 bis 1.500 Euro des Gesamtpreises aus.

Zusätzlich solltest du kleine Posten wie die Anfahrt (20 bis 100 Euro) und die Entsorgung einer eventuell vorhandenen alten Tür (ca. 40 Euro) einkalkulieren.

Beispielrechnung: Glasschiebetür im Innenbereich

Um die Kosten greifbarer zu machen, betrachten wir ein typisches Szenario: Du lässt eine Standard-Glasschiebetür (satiniertes Einscheibensicherheitsglas) vor der Wand laufend von einem Fachbetrieb einbauen. Es sind keine baulichen Veränderungen an der Wand nötig und der Handwerker hat eine kurze Anfahrt (unter 20 km).

Position Kosten (brutto)
Glasschiebetür (ESG, satiniert) 350 €
Laufschiene & Bodenführung 120 €
Montage (ca. 3-4 Stunden) 250 €
Anfahrtspauschale 30 €
Gesamtkosten 750 €

Hinweis: Diese Kalkulation dient als Orientierung und deckt sich mit dem bundesweiten Richtwert für Standard-Glastüren. Regionale Abweichungen sind möglich.

Wichtige Kostentreiber beim Einbau

Bestimmte Entscheidungen können dein Projekt deutlich verteuern. Achte bei der Planung besonders auf diese Faktoren:

  • Einbauart (Innen): Eine Tür, die vor der Wand läuft, ist günstig und leicht nachzurüsten. Ein in der Wand laufendes System (Taschenschiebetür) ist ein massiver Kostentreiber. Hier fallen zusätzliche Trockenbau- und Verputzarbeiten an, um die Wand um den Einbaukasten herum neu aufzubauen.
  • Türart (Außen): Bei Terrassentüren hast du oft die Wahl zwischen einer Parallelschiebekipptür (PSK) und einer Hebeschiebetür (HST). Die HST kostet oft das Doppelte, ist aber für Breiten über 2,5 Meter (Flügelgewichte bis 400 kg) stark empfohlen und zudem barrierefrei.
  • Material und Gewicht: Holz und Aluminium sind bei Außentüren deutlich teurer als Kunststoff. Große Glasflächen erfordern zudem teure Schwerlastbeschläge.
  • Extras: Eine Soft-Close-Automatik für sanftes Schließen kostet einen kleinen Aufpreis. Eine Motorisierung, die besonders bei schweren Außentüren gefragt ist, schlägt hingegen schnell mit 1.500 bis 2.500 Euro extra zu Buche.

Sicherheit, Barrierefreiheit und Fördermittel

Aus Sicherheitsgründen wird bei Glasschiebetüren im Innenbereich Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) stark empfohlen, um bei einem Bruch schwere Schnittverletzungen zu vermeiden. Für Außentüren wird ab einem Budget von ca. 3.000 Euro der RC2-Einbruchschutzstandard empfohlen.

Schiebetüren gelten nach DIN 18040-2 als barrierefrei, da sie keine Schwenkfläche benötigen. Bei Außentüren ist dafür eine Schwellenhöhe von maximal 2 Zentimetern (oder eine komplett schwellenlose Ausführung) erforderlich. Diese Barrierefreiheit eröffnet theoretisch den Zugang zu Fördermitteln:

  • KfW-Förderung: Das Programm 455-B (Altersgerecht Umbauen) bietet Zuschüsse von bis zu 10 %. Achtung (Stand August 2026): Die Zuschussmittel für dieses Programm sind derzeit ausgeschöpft. Neue Mittel werden frühestens 2027 erwartet. Alternativ steht der zinsvergünstigte KfW-Kredit 159 zur Verfügung.
  • Pflegekasse: Liegt bei einem Bewohner ein anerkannter Pflegegrad vor, zahlt die Pflegekasse nach §40 SGB XI bis zu 4.000 Euro (bzw. 4.180 Euro) Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Wichtig: Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.

So bereitest du den Angebotsvergleich vor

Wenn du Handwerker über eine Plattform vergleichst, solltest du deine Anfrage so präzise wie möglich formulieren. Je genauer deine Angaben sind, desto verlässlicher fallen die Kostenvoranschläge aus. Nenne in deiner Anfrage die genauen Maße der Maueröffnung (Breite und Höhe). Gib an, ob es sich um eine Innen- oder Außentür handelt und welches Material du bevorzugst.

Beschreibe zudem die Beschaffenheit der Wand (z. B. massives Mauerwerk oder Trockenbau), an der die Schiene montiert werden soll. Erwähne auch, ob eine alte Tür ausgebaut und entsorgt werden muss und ob du Besonderheiten wie eine Soft-Close-Funktion wünschst.

Häufige Fragen

Kann ich eine Schiebetür nachträglich einbauen?

Ja, das ist in der Regel problemlos möglich. Am einfachsten und günstigsten ist die Aufputz-Montage, bei der die Schiene vor der Wand verläuft. Ein Unterputz-System (in der Wand laufend) nachträglich einzubauen, ist deutlich aufwendiger, da hierfür eine Vorsatzschale aus Trockenbau errichtet werden muss.

Hebeschiebetür (HST) oder Parallelschiebekipptür (PSK) für die Terrasse?

PSK-Türen sind mit 1.500 bis 3.500 Euro günstiger und eignen sich für Breiten bis 2,5 Meter. HST-Türen sind teurer, bieten aber eine barrierefreie Schwelle, sind leichter zu bedienen und für sehr große, schwere Glasfronten (über 2,5 Meter Breite) technisch das Mittel der Wahl.

Sollte ich für Innentüren Glas oder Holz wählen?

Das hängt von deinen Bedürfnissen ab. Glas lässt kleine Räume größer und heller wirken, bietet aber weniger Privatsphäre. Holz bietet einen deutlich besseren Schall- und Sichtschutz, benötigt aber je nach Oberflächenbehandlung etwas mehr Pflege.