Was kostet es, Rollrasen verlegen zu lassen?

Wenn du Rollrasen verlegen lässt, liegen die Gesamtkosten durch einen Fachbetrieb durchschnittlich zwischen 20 und 35 Euro pro Quadratmeter. Der genaue Preis hängt stark davon ab, wie aufwendig die Bodenvorbereitung ausfällt und für welche Rasensorte du dich entscheidest.

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Rollrasen verlegen Kosten: Preise pro m², Lieferung und Bodenvorbereitung Preis-Vergleich

Wer sich schnell eine dichte und belastbare Grünfläche im Garten wünscht, greift oft zum Rollrasen. Doch welche Kosten kommen für das Verlegen von Rollrasen auf dich zu? Wenn du einen Fachbetrieb beauftragst, solltest du für das Material, die Bodenvorbereitung und die Verlegung mit Gesamtkosten zwischen 20 und 35 Euro pro Quadratmeter rechnen. In diesem Ratgeber schlüsseln wir die einzelnen Preisbestandteile detailliert auf.

Die Preisbestandteile: Material, Lieferung und Arbeitskosten

Die Gesamtkosten für einen neuen Rollrasen setzen sich aus drei großen Blöcken zusammen: dem reinen Materialpreis für die Rasensoden, den Lieferkosten der Spedition und dem Arbeitslohn für den Garten- und Landschaftsbauer. Letzterer teilt sich wiederum in die Vorbereitung des Bodens und das eigentliche Ausrollen des Rasens auf.

Materialkosten für den Rollrasen

Der Preis für den Rasen selbst hängt stark von der gewählten Sorte und der Abnahmemenge ab. Ein klassischer Spiel- und Sportrasen ist die günstigste Variante. Bei Direktversendern starten die Preise hierfür bei etwa 2,05 Euro pro Quadratmeter. Baumärkte rufen je nach Menge in der Regel 3,00 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter auf. Wenn du größere Mengen abnimmst, beispielsweise über 100 Quadratmeter, sinkt der Quadratmeterpreis oft leicht – so bieten einige Baumärkte Premium-Rollrasen dann schon ab 2,75 Euro an.

Spezialsorten wie Schattenrasen oder besonders feiner Premium-Zierrasen sind in der Anzucht aufwendiger. Hier musst du mit Materialkosten zwischen 3,50 und 10,00 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Kosten für die Lieferung

Rollrasen ist ein schweres Naturprodukt. Eine einzelne Rolle, die durchschnittlich genau einen Quadratmeter abdeckt, wiegt je nach Feuchtigkeit zwischen 15 und 20 Kilogramm. Daher wird der Rasen auf Paletten per Spedition geliefert. Die Lieferkosten werden oft pauschal abgerechnet und liegen je nach Entfernung zum Erzeuger und Anbieter zwischen 89 und 115 Euro.

Arbeitskosten: Bodenvorbereitung und Verlegung

Die Arbeitskosten machen den größten Teil der Gesamtrechnung aus. Besonders die Bodenvorbereitung wird oft unterschätzt. Der Untergrund muss frei von Unkraut sein, tiefgründig gelockert und absolut eben abgezogen werden (Feinplanum).

  • Alten Rasen entfernen: Muss eine alte Grasnarbe abgetragen und entsorgt werden, kostet das durchschnittlich 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter.
  • Bodenvorbereitung: Für das Fräsen und Planieren berechnen Fachbetriebe im Schnitt 5 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Bei sehr schweren Böden oder wenn eine komplette Neuprofilierung nötig ist, können diese Kosten auf 18 bis 26 Euro pro Quadratmeter steigen.
  • Bodenaustausch (optional): Ist der Boden extrem lehmig oder verdichtet, muss eventuell neuer Mutterboden aufgeschüttet werden. Hierfür fallen schnell weitere 21,50 Euro pro Quadratmeter an.
  • Verlegung: Das reine Ausrollen, Zuschneiden und Anwalzen der Rasensoden kostet durch einen Profi etwa 7 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Bei größeren Flächen ab 200 Quadratmetern sinkt der Preis oft auf rund 7,00 Euro, während bei kleineren Flächen (50 bis 100 Quadratmeter) eher 8,50 Euro oder mehr fällig werden.

Beispielrechnung: 100 Quadratmeter Spielrasen verlegen lassen

Um die Kosten greifbarer zu machen, betrachten wir ein typisches Projekt. Angenommen, du möchtest 100 Quadratmeter Spiel- und Sportrasen in einem gut zugänglichen Garten durch einen Fachbetrieb neu anlegen lassen. Der alte, verunkrautete Rasen muss zuvor abgetragen und entsorgt werden.

Leistung / Material Kosten pro Einheit Gesamtkosten (100 m²)
Alten Rasen entfernen & entsorgen 5,00 € / m² 500,00 €
Bodenvorbereitung (Fräsen, Feinplanum) 10,00 € / m² 1.000,00 €
Rollrasen inkl. Starterdünger 3,50 € / m² 350,00 €
Lieferpauschale (Spedition) 100,00 € pauschal 100,00 €
Rollrasen verlegen (Arbeitsleistung) 9,00 € / m² 900,00 €
Gesamtkosten (brutto) 28,50 € / m² 2.850,00 €

In diesem realistischen Szenario liegst du bei Gesamtkosten von 28,50 Euro pro Quadratmeter. Beachte, dass für den Starterdünger bei kleinen bis mittleren Flächen oft eine Pauschale von 10 bis 20 Euro einkalkuliert wird, die hier im Materialpreis bereits anteilig berücksichtigt ist.

Die wichtigsten Preistreiber im Überblick

Warum variieren die Angebote von Gartenbauern oft so stark? Das liegt an drei zentralen Faktoren, die den Aufwand maßgeblich bestimmen:

  1. Der Bodenzustand: Ein ebener, humoser Untergrund ist die ideale Ausgangslage. Muss der Boden jedoch tiefgründig gefräst, von Bauschutt befreit oder mit neuem Mutterboden aufgefüllt werden, übersteigen die Vorbereitungskosten den eigentlichen Materialpreis um ein Vielfaches.
  2. Flächengröße und Zugänglichkeit: Kleine, verwinkelte Gärten sind pro Quadratmeter teurer als große, rechteckige Flächen. Der Verschnitt an den Rändern ist höher und schwere Maschinen wie Bodenfräsen können schwerer manövrieren, was mehr Handarbeit bedeutet.
  3. Die Rasensorte: Während der klassische Gebrauchsrasen das günstige Standardprodukt ist, treiben spezielle Züchtungen wie Schatten- oder Zierrasen den Materialpreis spürbar in die Höhe.

So bereitest du deine Anfrage an den Gartenbauer vor

Um aussagekräftige Kostenvoranschläge zu bekommen, ist eine exakte Beschreibung deines Vorhabens unerlässlich. Wenn der Gartenbauer bereits vorab alle wichtigen Rahmenbedingungen erfährt, lassen sich Arbeitsaufwand und Materialbedarf wesentlich verlässlicher einschätzen. Achte darauf, folgende Punkte in deiner Beschreibung zu erwähnen:

  • Genaue Flächengröße: Miss die zu begrünende Fläche in Quadratmetern aus.
  • Aktueller Zustand: Liegt dort aktuell alter Rasen, der entfernt werden muss? Ist der Boden stark verdichtet, steinig oder voller Unkraut?
  • Zugänglichkeit: Kann der Garten problemlos mit einer Schubkarre oder sogar kleinen Maschinen erreicht werden, oder müssen alle Materialien durch das Haus getragen werden?
  • Gewünschte Rasensorte: Gib an, ob du einen robusten Spielrasen, einen feinen Zierrasen oder speziellen Schattenrasen benötigst.

Eigenleistung oder Fachbetrieb: Was lohnt sich?

Wenn du die Bodenvorbereitung und das Verlegen selbst übernimmst, kannst du die Arbeitskosten komplett einsparen. Das macht einen Unterschied von etwa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter aus. Allerdings solltest du den körperlichen Aufwand nicht unterschätzen.

Rollrasen ist ein verderbliches Frischeprodukt. Sobald die Paletten geliefert werden, sollte der Rasen unbedingt innerhalb von 24 Stunden verlegt werden, da er sonst verkocht oder austrocknet. Da jede Rolle zwischen 15 und 20 Kilogramm wiegt, ist das Bewegen und exakte Auslegen bei größeren Flächen extrem anstrengend. Wenn du dich für die Eigenleistung entscheidest, ist es ratsam, mehrere Helfer zu organisieren.

Ein Fachbetrieb bringt nicht nur das nötige Personal mit, sondern auch schwere Maschinen für die Bodenvorbereitung und das Anwalzen. Um die genauen Kosten für dein Projekt zu ermitteln, kannst du die Eckdaten deines Gartens auf einer Handwerkerbörse wie Meister-Job einstellen. So erhältst du vergleichbare Angebote von regionalen Betrieben und kannst in Ruhe entscheiden, ob du die Arbeit abgeben möchtest.

Steuervorteile nutzen: Handwerkerkosten absetzen

Ein wichtiger Tipp für Eigentümer und Mieter: Wenn du einen Fachbetrieb beauftragst, kannst du die Arbeits-, Maschinen- und Anfahrtskosten des Gartenbauers steuerlich geltend machen. Gemäß § 35a EStG lassen sich diese als haushaltsnahe Handwerkerleistungen in der jährlichen Einkommensteuererklärung ansetzen.

Du kannst 20 Prozent der Lohnkosten (bis zu maximal 1.200 Euro pro Jahr) direkt von deiner Steuerschuld abziehen. Wichtig ist dabei: Die Materialkosten für den Rollrasen, den Dünger oder die Erde sind nicht absetzbar. Zudem ist Voraussetzung für das Finanzamt, dass der Rechnungsbetrag per Banküberweisung beglichen wird; Barzahlungen werden nicht anerkannt.

Häufige Fragen zum Thema Rollrasen

Rollrasen oder Rasen säen: Was ist günstiger?

Eine klassische Rasenaussaat ist in der Anschaffung deutlich günstiger. Für 100 Quadratmeter zahlst du an Materialkosten für die Saat etwa 300 bis 400 Euro, während Rollrasen inklusive Lieferung zwischen 500 und 800 Euro kostet. Die Kosten für die aufwendige Bodenvorbereitung sind bei beiden Varianten jedoch identisch. Der große Vorteil von Rollrasen ist die enorme Zeitersparnis, da er sofort grün ist.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Verlegung?

Grundsätzlich kann Rollrasen fast ganzjährig verlegt werden, solange der Boden frostfrei ist. Die idealen Jahreszeiten sind jedoch das Frühjahr und der Herbst. Im Hochsommer besteht ein hohes Risiko, dass der Rasen bereits auf der Transportpalette durch die Hitze Schaden nimmt oder nach der Verlegung trotz intensiver Bewässerung vertrocknet.

Ab wann ist der neue Rollrasen voll belastbar?

Direkt nach dem Verlegen ist der Rollrasen bereits sofort grün und optisch ansprechend. Bis er jedoch voll belastbar ist und beispielsweise zum Fußballspielen genutzt werden kann, dauert es in der Regel etwa 2 bis 3 Wochen. In dieser Zeit müssen die Wurzeln fest in den Untergrund einwachsen.

Kann ich die Kosten für den Rollrasen von der Steuer absetzen?

Ja, aber nur teilweise. Du kannst die reinen Arbeits-, Maschinen- und Anfahrtskosten des Gartenbauers als haushaltsnahe Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen. Die Materialkosten für den Rasen selbst, Dünger oder Mutterboden sind hingegen nicht absetzbar.