Was kostet ein Innenarchitekt?
Die Kosten für einen Innenarchitekten liegen bei einem Stundensatz von 80 bis 150 Euro netto. Für die komplette Planung einer Wohnung solltest du mit 8.000 bis 18.000 Euro rechnen, wobei die reinen Material- und Handwerkerkosten für die Einrichtung noch hinzukommen.
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Innenarchitekt Kosten: Mit diesen Preisen musst du rechnen
Wenn du einen Innenarchitekten beauftragen möchtest, zahlst du in erster Linie für die Arbeitsleistung, also für Planung, Beratung und Konzeption. Die eigentlichen Materialkosten für Möbel, Farben oder Bodenbeläge sowie die Kosten für ausführende Handwerker sind in diesen Honoraren nicht enthalten und kommen separat hinzu. Die Preise für die Planungsleistung variieren je nach Abrechnungsmodell und Umfang deines Projekts.
| Leistung / Abrechnungsmodell | Kosten (netto) |
|---|---|
| Stundensatz (regulär) | 80 € – 150 € |
| Stundensatz (renommierte Büros / Senior) | bis 180 € – 200 € |
| Quadratmeterpreis (Beratung & einfache Planung) | 20 € – 50 € pro qm |
| Quadratmeterpreis (Umfassende Planung inkl. Licht & Möbel) | 50 € – 100 € pro qm |
| Quadratmeterpreis (Komplexe Projekte, z. B. Gastronomie) | 100 € – 150 € pro qm |
| Pauschalpreis (Online-Raumkonzept) | ab ca. 499 € pro Raum |
| Pauschalpreis (Komplette Privatwohnung bis 100 qm im Vollservice) | 8.000 € – 18.000 € |
Abrechnungsmodelle: Wie Innenarchitekten ihr Honorar berechnen
Es gibt in der Branche nicht den einen Standardpreis. Je nach Art deines Vorhabens kommen unterschiedliche Abrechnungsmodelle zum Einsatz. Welches Modell für dich am besten ist, hängt davon ab, wie klar dein Projekt bereits definiert ist.
Abrechnung nach Stundensatz
Dieses Modell eignet sich besonders für offene Beratungen, erste Ideenfindungen oder kleinere Projekte, bei denen der Aufwand schwer abzuschätzen ist. Um die Kosten im Blick zu behalten, solltest du bei einer Stundenabrechnung vorab ein Kostendach (Cap) vereinbaren. So weißt du genau, ab wann der Innenarchitekt Rücksprache halten muss, bevor weitere Kosten entstehen.
Pauschalpreise (Festpreise)
Für Privatkunden sind Pauschalhonorare oft am transparentesten. Wenn du genau weißt, was du willst – zum Beispiel ein Farb- und Möbelkonzept für das Wohnzimmer –, kann der Innenarchitekt einen Festpreis kalkulieren. Wichtig ist hierbei, dass der Leistungskatalog vertraglich exakt definiert ist. Kläre vorab, wie viele Revisionsrunden (Änderungswünsche) im Preis inbegriffen sind, da zusätzliche Runden sonst extra berechnet werden.
Abrechnung nach Quadratmetern
Bei homogenen Flächen, wie etwa einer kompletten Etage, die einheitlich gestaltet werden soll, bieten viele Planer Quadratmeterpreise an. Je tiefer die Planung geht (von der einfachen Skizze bis zur detaillierten Bauüberwachung), desto höher fällt der Preis pro Quadratmeter aus.
Prozentuale Abrechnung nach Baukosten (HOAI)
Bei umfassenden Umbauten, die stark in die Bausubstanz eingreifen, orientiert sich das Honorar oft an den anrechenbaren Baukosten. Hierbei werden meist 8 bis 15 Prozent, bei sehr aufwendigen Projekten auch 10 bis 20 Prozent der Projektkosten als Honorar angesetzt. Früher war die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) hierfür zwingend vorgeschrieben. Seit einem EuGH-Urteil von 2019 und der Anpassung 2021 sind die Höchst- und Mindestsätze der HOAI jedoch nicht mehr verbindlich. Die Honorare sind frei verhandelbar, die HOAI dient aber weiterhin oft als nützliche Richtschnur zur Kalkulation.
Beispielrechnung: Was kostet die Neugestaltung eines Raumes?
Um die abstrakten Zahlen greifbarer zu machen, schauen wir uns ein typisches Szenario an: den sogenannten „Room Refresh“. Hierbei geht es um die Neugestaltung eines einzelnen Raumes ohne bauliche Veränderungen (keine Wände versetzen, keine neuen Leitungen).
- Projekt: Farb- und Materialkonzept, Möblierungsplanung, Lichtkonzept und eine Visualisierung für ein Wohnzimmer.
- Abrechnung: Nach Aufwand (Stundensatz).
- Geschätzter Arbeitsaufwand: 8 bis 14 Stunden.
- Vereinbarter Stundensatz: 100 € bis 130 € netto.
Kostenberechnung:
- Minimum: 8 Stunden x 100 € = 800 € netto
- Maximum: 14 Stunden x 130 € = 1.820 € netto
In der Praxis liegen die reinen Planungskosten für einen solchen Raum realistisch zwischen 1.200 € und 1.800 € netto. Beachte, dass hierauf noch die gesetzliche Mehrwertsteuer anfällt. Die tatsächlichen Kosten für die neuen Möbel, Lampen und Farben zahlst du separat an die jeweiligen Händler oder Handwerker.
Wichtige Kostentreiber bei der Innenarchitektur
Warum kostet das eine Projekt 1.500 Euro und das andere 15.000 Euro? Die Gesamtkosten hängen von drei wesentlichen Faktoren ab:
- Leistungsumfang: Ein einfaches 2D-Moodboard mit ein paar Farbvorschlägen ist schnell erstellt und entsprechend günstig. Wünschst du dir hingegen eine interaktive 3D-Visualisierung mit maßstabsgetreuem Grundriss, einer detaillierten Einkaufsliste und der Überwachung der Handwerker vor Ort, steigt der Preis deutlich.
- Eingriffstiefe: Bleibt der Grundriss bestehen und es geht nur um die Neueinrichtung? Das ist vergleichsweise günstig. Müssen jedoch Wände versetzt, Sanitäranlagen neu geplant und mehrere Gewerke (Elektriker, Installateure, Trockenbauer) koordiniert werden, explodiert der Planungsaufwand.
- Erfahrung des Planers: Junior-Mitarbeiter oder Berufseinsteiger rechnen günstiger ab als erfahrene Senior-Innenarchitekten oder Projektleiter renommierter Büros.
Innenarchitekt oder Interior Designer: Wer darf was?
Oft werden die Begriffe synonym verwendet, doch rechtlich und preislich gibt es große Unterschiede. Die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt/in“ ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Sie setzt ein entsprechendes Hochschulstudium und die zwingende Eintragung in die Architektenkammer des jeweiligen Bundeslandes (z. B. Bayerische Architektenkammer) voraus. Nur ein eingetragener Innenarchitekt darf bauliche Veränderungen planen, in die Haustechnik oder den Brandschutz eingreifen und Bauanträge stellen.
Der Begriff „Interior Designer“ ist hingegen nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Für reine Einrichtungs-, Farb- und Möbelkonzepte ohne Eingriffe in die Bausubstanz reicht ein Interior Designer oft völlig aus und ist in der Regel günstiger. Sobald es aber um Statik, Baugenehmigungen oder komplexe Umbauten geht, brauchst du zwingend einen echten Innenarchitekten.
Fördermittel: Wann der Staat die Planungskosten bezuschusst
Wenn dein Innenarchitekt in bauliche, energetische Sanierungen involviert ist – zum Beispiel bei der Planung einer neuen Dämmung oder dem Einbau energieeffizienter Fenster –, kannst du von staatlichen Förderungen profitieren. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst die „energetische Fachplanung und Baubegleitung“ über das BAFA mit 50 Prozent der Kosten. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist dieser Zuschuss auf maximal 5.000 Euro gedeckelt.
Wichtig: Diese Förderung erhältst du nur, wenn der Planer offiziell als zertifizierter Energieeffizienz-Experte (EEE) bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) gelistet ist. Kläre dies unbedingt vor der Beauftragung ab, falls energetische Maßnahmen Teil deines Projekts sind.
So bereitest du die Anfrage beim Innenarchitekten vor
Je präziser du deine Wünsche formulierst, desto genauer kann der Innenarchitekt sein Angebot kalkulieren. Das schützt dich vor bösen Überraschungen und teuren Nachforderungen. Beachte bei der Vorbereitung folgende Punkte:
- Budget festlegen: Nenne von Anfang an dein klares Budget für die Planung und separat dein Budget für die Möbel/Materialien.
- Grundrisse besorgen: Stelle aktuelle Grundrisse und Fotos der Räumlichkeiten zur Verfügung.
- Inspirationen sammeln: Lege eine Mappe mit Bildern an, die dir gefallen. Das hilft dem Planer, deinen Stil sofort zu verstehen.
- Leistungsumfang definieren: Überlege dir vorab, ob du nur Ideen brauchst, oder ob der Planer auch die Handwerker koordinieren soll.
Hole dir über eine Handwerkerbörse mehrere Angebote ein und vergleiche nicht nur den Endpreis, sondern vor allem, welche Leistungen (z. B. Anzahl der Entwürfe, Anfahrtskosten) im Preis enthalten sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Lohnt sich die Investition in einen Innenarchitekten überhaupt?
Ja, Fachleute optimieren dein Budget, indem sie teure Fehlkäufe vermeiden. Zudem koordinieren sie Handwerker effizient und haben oft Zugang zu exklusiven Lieferantennetzwerken, was dir Zeit und Nerven spart.
Sind die Kosten für Möbel im Honorar enthalten?
Nein. Die genannten Stundensätze und Pauschalen beziehen sich ausschließlich auf die Planungs- und Beratungsleistung. Die Kosten für die eigentliche Einrichtung, Farben, Böden und Handwerker kommen separat hinzu.
Kommen noch weitere Kosten auf mich zu?
Neben dem reinen Honorar berechnen viele Innenarchitekten Anfahrts- und Reisekosten separat. Auch zusätzliche Beratungsgespräche oder Revisionsrunden, die nicht im ursprünglichen Vertrag vereinbart waren, können als Zusatzkosten anfallen.
Ist die HOAI noch bindend für die Preise?
Nein. Seit einer Anpassung im Jahr 2021 sind die Höchst- und Mindestsätze der HOAI nicht mehr verbindlich. Die Honorare können frei verhandelt werden, auch wenn die HOAI bei größeren Umbauten oft noch als Orientierungshilfe dient.
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