Was kostet eine Hohlraumdämmung?

Für eine Hohlraumdämmung der Fassade liegen die Komplettkosten aktuell bei durchschnittlich 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter. Der genaue Preis hängt jedoch stark vom gewählten Dämmstoff, der Dicke der Luftschicht und dem Zustand deines Mauerwerks ab.

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Hohlraumdämmung Kosten: Preise für Wand, Decke und Einblasdämmung Preis-Vergleich

Wenn du über eine energetische Sanierung nachdenkst, ist die Hohlraumdämmung – oft auch Einblasdämmung oder Kerndämmung genannt – eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen überhaupt. Da die Arbeiten meist innerhalb eines Tages abgeschlossen sind, halten sich die Lohnkosten in Grenzen. Doch mit welchen Ausgaben musst du konkret rechnen?

Direkt auf den Punkt: Mit diesen Kosten musst du rechnen

In der Praxis werden die Preise für eine Hohlraumdämmung fast immer als Komplettpreise angegeben. Das bedeutet: Material und Arbeitsleistung sind bereits in einem Quadratmeterpreis zusammengefasst. Für die Dämmung der Fassade bei einem zweischaligen Mauerwerk liegen die Kosten aktuell bei 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter.

Je nach Bauteil und gewähltem Dämmstoff kann die Spanne auch zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter liegen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus belaufen sich die Gesamtkosten somit auf etwa 2.000 bis 7.500 Euro. Interessant dabei: Die reinen Materialkosten machen laut Verbraucherzentrale nur etwa 30 Prozent der Gesamtkosten aus, während die Arbeitsleistung mit rund 70 Prozent zu Buche schlägt. Da die Maßnahme aber sehr schnell umgesetzt ist, sind die absoluten Lohnkosten im Vergleich zu einem kompletten Wärmedämmverbundsystem (WDVS) extrem niedrig.

Die wichtigsten Preistreiber bei der Einblasdämmung

Auch wenn die Quadratmeterpreise eine gute Orientierung bieten, wird dein individuelles Angebot von mehreren Faktoren beeinflusst:

  • Dicke der Luftschicht: Ein Hohlraum von 15 Zentimetern erfordert logischerweise mehr Dämmmaterial als ein Spalt von nur 6 Zentimetern. Abgerechnet wird standardmäßig nach Quadratmeter Bauteilfläche, bei stark variierenden Hohlräumen manchmal aber auch nach Kubikmeter des eingeblasenen Materials.
  • Wahl des Dämmstoffs: Die Materialwahl hat einen enormen Einfluss. Während Zellulose oder EPS-Granulat sehr günstig sind, kann Polyurethan-Gießschaum (PUR) bis zu viermal so teuer sein.
  • Zugänglichkeit und Rüstkosten: In den meisten Fällen können die Handwerker von einer Leiter aus arbeiten. Müssen für schwer zugängliche Stellen am Dach jedoch ein Gerüst oder eine Hebebühne gemietet werden, steigen die Kosten.
  • Zustand des Mauerwerks: Vor der eigentlichen Dämmung ist eine endoskopische Untersuchung zwingend erforderlich. Weist die Fassade Risse oder defekte Fugen auf, müssen diese vorab instand gesetzt werden, was zusätzliche Handwerkerkosten verursacht.

Dämmstoffe im Preisvergleich: EPS, Zellulose oder PUR?

Die Wahl des Materials bestimmt nicht nur die Dämmwirkung, sondern auch maßgeblich den Preis. Hier ist eine Übersicht der gängigsten Materialien und ihrer Komplettpreise (inklusive Einbau):

Dämmmaterial Komplettpreis pro m² (Material + Arbeit) Besonderheiten
EPS-Granulat (Polystyrol) 19 bis 30 Euro Wasserabweisend, diffusionsoffen, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Zelluloseflocken 20 bis 35 Euro Ökologischer Dämmstoff, reiner Materialpreis liegt bei ca. 10 Euro/m²
Polyurethan-Gießschaum (PUR) 90 bis 130 Euro Deutlich teurer, wird flüssig eingebracht und schäumt im Hohlraum auf

Realistische Beispielrechnung: Einfamilienhaus aus den 70er Jahren

Um die abstrakten Zahlen greifbar zu machen, schauen wir uns ein typisches Praxisbeispiel an. Angenommen, du besitzt ein Einfamilienhaus (Baujahr 1970) in Norddeutschland mit einer Klinkerfassade und zweischaligem Mauerwerk. Die zu dämmende Fassadenfläche beträgt 140 Quadratmeter, der Hohlraum ist 7 Zentimeter dick. Als Dämmstoff wird EPS-Granulat gewählt. Das Mauerwerk ist intakt, die Arbeiten können von der Leiter aus durchgeführt werden (keine Rüstkosten).

  • Voruntersuchung (Endoskopie): 150,00 Euro
  • Material und Arbeitsleistung (140 m² x 30,00 Euro/m²): 4.200,00 Euro
  • Gesamtkosten (brutto): 4.350,00 Euro
  • Abzug BAFA-Förderung (15 % auf förderfähige Kosten): – 652,50 Euro
  • Effektive Eigenbelastung: 3.697,50 Euro

Diese Rechnung zeigt, dass sich die Investition in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegt, besonders wenn man die anschließenden Heizkosteneinsparungen von 15 bis 30 Prozent bedenkt. Oft amortisiert sich die Maßnahme bereits nach 3 bis 5 Jahren.

Fördermittel und Steuervorteile: So senkst du deine Eigenbeteiligung

Der Staat unterstützt die energetische Sanierung mit attraktiven Zuschüssen. Wenn du die Hohlraumdämmung als Einzelmaßnahme durchführst, kannst du über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) einen Zuschuss beim BAFA beantragen.

Aktuell (Stand 2025/2026) beträgt dieser Zuschuss 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Hast du vorab einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) durch einen Energieberater erstellen lassen, erhöht sich der Fördersatz um weitere 5 Prozent auf insgesamt 20 Prozent. Wichtig: Um die Förderung zu erhalten, muss der Dämmstoff bei der Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk einen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) aufweisen. Zudem muss der Antrag zwingend vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Falls du keine BAFA-Förderung in Anspruch nehmen möchtest oder die Voraussetzungen nicht erfüllst, gibt es eine Alternative: Nach Paragraph 35c des Einkommensteuergesetzes (EStG) kannst du 20 Prozent der Kosten (für Material und Arbeitslohn) über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen.

Ablauf und Vorbereitung: Das macht der Fachbetrieb

Eine Hohlraumdämmung ist kein Do-it-yourself-Projekt. Die fachgerechte Ausführung erfordert spezielles Equipment und Erfahrung. Der Ablauf sieht in der Regel wie folgt aus:

  1. Endoskopische Voruntersuchung: Bevor überhaupt gedämmt wird, prüft der Fachbetrieb den Hohlraum mit einem Endoskop. Das ist zwingend notwendig, um Feuchtigkeit, Bauschutt oder Mörtelreste im Spalt auszuschließen. Wird dies ignoriert, drohen später massive Bauschäden. Diese Prüfung kostet separat oft zwischen 100 und 200 Euro, ist bei vielen Betrieben aber auch schon im Angebotspreis inkludiert.
  2. Bohren der Einblaslöcher: Die Handwerker bohren kleine Löcher mit einem Durchmesser von etwa 22 bis 26 Millimetern in die Kreuzfugen des Mauerwerks.
  3. Einblasen des Dämmstoffs: Über Schläuche wird das Material (z. B. EPS-Granulat oder Zellulose) mit Luftdruck in den Hohlraum geblasen, bis dieser lückenlos und verdichtet gefüllt ist.
  4. Verschließen der Fassade: Zum Schluss werden die Bohrlöcher farblich passend mit Mörtel verschlossen. Die Maßnahme ist danach praktisch unsichtbar.

Für ein typisches Einfamilienhaus sind diese Arbeiten meist nach ein bis zwei Tagen komplett abgeschlossen.

Häufige Fragen zur Hohlraumdämmung (FAQ)

Ist mein Haus überhaupt für eine Hohlraumdämmung geeignet?

Die Grundvoraussetzung ist ein zweischaliges Mauerwerk mit einer durchgehenden Luftschicht von mindestens 4 bis 15 Zentimetern. Diese Bauweise ist besonders bei Häusern der Baujahre 1920 bis 1980 in Nord- und Westdeutschland verbreitet, oft in Kombination mit einer Klinkerfassade.

Kann die Dämmung zu Schimmel oder Feuchtigkeitsschäden führen?

Nein, sofern die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden und vorab eine endoskopische Prüfung stattgefunden hat. Moderne Einblasdämmstoffe wie EPS oder hydrophobierte Mineralwolle sind wasserabweisend und diffusionsoffen. Das bedeutet, dass eventuelle Feuchtigkeit weiterhin problemlos nach außen entweichen kann.

Verändert sich die Optik meiner Fassade durch die Bohrlöcher?

Nein. Die Bohrlöcher werden gezielt in die Kreuzfugen des Mauerwerks gesetzt. Nach dem Einblasen des Dämmstoffs verschließt der Handwerker die Löcher mit einem Mörtel, der farblich exakt auf deine bestehenden Fugen abgestimmt ist. Die Eingriffe sind im Nachhinein so gut wie unsichtbar.

Brauche ich für die Arbeiten ein teures Baugerüst?

In den allermeisten Fällen nicht. Da die Einblaslöcher oft von außen gebohrt werden, reicht den Handwerkern bei einem typischen Einfamilienhaus meist eine normale Leiter. Nur bei sehr hohen Gebäuden oder extrem schwer zugänglichen Stellen am Dach kann ein Gerüst oder eine Hebebühne notwendig werden, was die Kosten entsprechend erhöht.