Was kostet ein Hausnotruf? Preise, Tarife und Zuschüsse im Detail

Die Hausnotruf Kosten setzen sich in der Regel aus einer einmaligen Anschlussgebühr von 0 bis 60 Euro und einer monatlichen Pauschale ab 27 Euro zusammen. Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, übernimmt die Pflegekasse oft die kompletten Kosten für das Basispaket.

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Wenn Du Dich mit der Anschaffung eines Hausnotrufsystems beschäftigst, stellst Du schnell fest: Der Markt funktioniert anders als bei klassischen Handwerksleistungen oder dem Kauf von Haushaltsgeräten. Etwa 95 Prozent des Marktes in Deutschland werden von den großen Wohlfahrtsverbänden wie dem DRK, den Johannitern, den Maltesern, dem ASB oder der Caritas dominiert. Die Kostenstruktur basiert fast ausschließlich auf einem Miet- beziehungsweise Abo-Modell. Reine Materialkäufe sind bei klassischen Systemen unüblich, da die Hardware für die Dauer des Vertrages vom Anbieter gestellt wird.

So setzen sich die Hausnotruf Kosten zusammen

Die Gesamtkosten für einen Hausnotruf gliedern sich in einmalige Bereitstellungskosten und laufende monatliche Gebühren. Da die Basisstation und der wasserdichte Funksender (meist als Armband oder Halskette) leihweise überlassen werden, zahlst Du nicht für das Gerät selbst, sondern für die Dienstleistung und die ständige Erreichbarkeit der Notrufzentrale.

Einmalige Anschlussgebühr

Für das Aufstellen, Anschließen und die ausführliche Einweisung vor Ort berechnen viele Anbieter eine einmalige Pauschale. Diese variiert je nach Region und gewähltem Dienstleister zwischen 0 Euro und 60 Euro. Häufig pendelt sich dieser Betrag zwischen 10 Euro und 50 Euro ein.

Monatliche Servicegebühren

Die laufenden Kosten hängen stark vom gewählten Leistungsumfang ab. Grundsätzlich wird zwischen Basis- und Komforttarifen unterschieden:

  • Basistarif: Seit dem 1. April 2026 liegt der Standardpreis für die Anbindung an eine 24/7-Notrufzentrale bei den großen Anbietern bei rund 27,00 Euro pro Monat.
  • Komfort- und Premiumtarife: Wenn Du Zusatzleistungen wie eine sichere Schlüsselhinterlegung, einen eigenen Einsatzdienst (Bereitschaftsdienst vor Ort), Sturzsensoren oder eine mobile GPS-Ortung wünschst, steigen die monatlichen Kosten auf etwa 40 Euro bis 90 Euro.

Ein häufiges Extra ist der Schlüsseltresor. Dieser kostet zur Miete beispielsweise rund 6 Euro monatlich. Alternativ bieten manche Dienstleister, wie der Berliner Notruf Dienst, den Kauf und die Montage eines Schlüsseltresors für einmalig rund 98 Euro an.

Preisübersicht: Typische Hausnotruf Kosten

Leistung / Komponente Kosten (ca.) Abrechnungsart
Anschluss und Einweisung 0 € – 60 € einmalig
Basistarif (24/7 Notrufzentrale) 27,00 € monatlich
Komforttarif (inkl. Extras) 40 € – 90 € monatlich
Schlüsseltresor (Miete) 6,00 € monatlich
Schlüsseltresor (Kauf inkl. Montage) 98,00 € einmalig
Senioren-Smartwatch (Mobilfunktarif) ab 3,00 € monatlich (zzgl. Kaufpreis der Uhr)

Wichtige Preistreiber: Was macht den Notruf teurer?

Die Spanne bei den monatlichen Kosten ist groß. Das liegt vor allem an drei wesentlichen Faktoren, die den Preis in die Höhe treiben können:

  1. Eigener Einsatzdienst und Schlüsselhinterlegung: Im Basistarif verständigt die Zentrale im Notfall Deine Angehörigen, Nachbarn oder den Rettungsdienst. Wenn Du jedoch möchtest, dass bei einem Alarm ein Mitarbeiter des Anbieters ausrückt und mit einem hinterlegten Schlüssel nach Dir sieht, verdoppeln sich die monatlichen Kosten oft.
  2. Mobilität und GPS: Mobile Notrufsysteme, die Dich auch beim Spaziergang oder Einkaufen absichern, benötigen eine GPS-Ortung und eine mobile Datenverbindung. Diese Technik ist in der Bereitstellung und im Betrieb teurer als rein stationäre Festnetz- oder WLAN-Geräte für die Wohnung.
  3. Fehlende Pflegegrad-Anerkennung: Der größte finanzielle Hebel ist der Zuschuss der Pflegekasse. Ohne anerkannten Pflegegrad trägst Du die vollen Kosten für Einrichtung und monatliche Gebühren selbst.

Beispielrechnung: Hausnotruf mit und ohne Pflegegrad

Um die tatsächliche finanzielle Belastung greifbar zu machen, helfen zwei realistische Szenarien. Beide Beispiele gehen von einem Vertrag bei einem großen Wohlfahrtsverband (Preisstand Mitte 2026) aus.

Beispiel A: Basispaket mit anerkanntem Pflegegrad (z. B. Pflegegrad 2)

In diesem Szenario übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Grundversorgung vollständig.

  • Einmalige Anschlussgebühr: 10,49 €
  • Übernahme durch Pflegekasse/Anbieter: – 10,49 €
  • Monatliche Grundgebühr: 27,00 €
  • Zuschuss der Pflegekasse: – 27,00 €
  • Dein Eigenanteil: 0,00 € / Monat

Beispiel B: Komfortpaket ohne Pflegegrad

Hier wird ein Tarif mit Schlüsselhinterlegung und Bereitschaftsdienst gewählt, ohne dass ein Pflegegrad vorliegt.

  • Einmalige Anschlussgebühr: ca. 40,00 € (vom Kunden zu tragen)
  • Monatliche Grundgebühr inkl. Komfortleistungen: ca. 50,00 €
  • Zuschuss der Pflegekasse: 0,00 €
  • Dein Eigenanteil: 50,00 € / Monat (zzgl. 40,00 € einmalig)

Zuschüsse der Pflegekasse: Wer zahlt was?

Ein an eine Zentrale angeschlossenes Hausnotrufsystem ist ein offiziell anerkanntes technisches Pflegehilfsmittel. Die gesetzliche Grundlage hierfür bildet § 78 Abs. 1 SGB XI. Zum 1. April 2026 wurde der monatliche Zuschuss der Pflegekassen von ehemals 25,50 Euro auf 27,00 Euro netto erhöht. Zusätzlich gibt es eine einmalige Installationspauschale von 10,49 Euro.

Damit die Pflegekasse diese Kosten übernimmt, müssen laut Verbraucherzentrale folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) vorliegen.
  • Du lebst überwiegend allein oder mit einer Person zusammen, die im Notfall selbst keine Hilfe rufen kann.
  • Es muss jederzeit mit einer Notsituation zu rechnen sein.
  • Der gewählte Anbieter muss einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse haben.

Steuerliche Absetzbarkeit und rechtliche Vorgaben

Oft stellt sich die Frage, ob die Kosten für einen Hausnotruf steuerlich geltend gemacht werden können. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im Jahr 2023 entschieden (Az. VI R 7/21), dass die Kosten für einen Standard-Hausnotruf in der eigenen Häuslichkeit nicht als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG absetzbar sind. Anders kann dies bei Systemen im Rahmen des betreuten Wohnens aussehen. Es wird jedoch empfohlen, im Einzelfall zu prüfen, ob die Ausgaben als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) abgesetzt werden können.

Auch zur Sicherheit gibt es rechtliche Einordnungen: Es existiert zwar keine gesetzlich vorgeschriebene, feste Sekundenanzahl für die Reaktionszeit der Notrufzentrale. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jedoch in einem Urteil (Az. III ZR 92/16) bestätigt, dass Anbieter angemessen und sofort auf einen Notruf reagieren müssen.

Häufige Fragen zum Hausnotruf

Zahlt die Kasse auch für Smartwatches oder reine Sturzsensoren?

In der Regel nicht. Die Pflegekasse zahlt nur für Systeme, die im offiziellen Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 52) gelistet sind und eine 24/7-Notrufzentrale voraussetzen. Reine KI-Anrufe oder Smartwatches ohne zertifizierte Leitstelle werden meist nicht anerkannt.

Wie lange binde ich mich an einen Vertrag?

Die Laufzeiten variieren je nach Anbieter. Viele Dienstleister bieten monatlich kündbare Verträge an, bei anderen sind Laufzeiten von 12 bis 24 Monaten üblich. Es ist ratsam, aktiv nach kurzen Laufzeiten zu fragen, um flexibel zu bleiben.

Was passiert, wenn ich keinen Festnetzanschluss mehr habe?

Das ist heutzutage kein Problem mehr. Moderne Basisstationen funktionieren über das Mobilfunknetz (mit einer integrierten SIM-Karte) oder über WLAN. Die Kosten für die Mobilfunkverbindung sind im Basistarif meist bereits einkalkuliert.

Wer kommt, wenn ich den Knopf drücke?

Das hängt von Deinem gebuchten Paket ab. Im Basispaket ruft die Zentrale zunächst über die Freisprechanlage in den Raum. Antwortet niemand oder liegt ein Notfall vor, werden je nach vorheriger Absprache Angehörige, Nachbarn oder direkt der Rettungsdienst alarmiert. Nur bei teureren Komfort-Paketen rückt ein eigener Bereitschaftsdienst des Anbieters mit einem hinterlegten Wohnungsschlüssel aus.