Kosten für den Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung

Der Einbau einer neuen Gasheizung kostet im Komplettpaket oft zwischen 17.000 und 23.500 Euro, während eine Ölheizung bei 20.000 bis über 27.500 Euro liegt. Die genauen Kosten hängen stark von der Kesselart, notwendigen Anpassungen am Schornstein und dem Fachbetrieb ab. Staatliche Förderungen für rein fossile Heizungen gibt es nicht mehr.

Kostenlos für Auftraggeber

Gas- und Ölheizung einbauen Kosten: Preise und Unterschiede im Vergleich: Angebote vergleichen.

Kostenlos und unverbindlich.

  • Kostenlos anfragen
  • Geprüfte Betriebe
  • 100% unverbindlich
Auftrag einstellen
Gas- und Ölheizung einbauen Kosten: Preise und Unterschiede im Vergleich Preis-Vergleich

Was kosten Gas- und Ölheizungen im Komplettpaket?

Wenn du dich für den Einbau einer neuen fossilen Heizung entscheidest, setzen sich die Gesamtkosten aus der eigentlichen Heizungsanlage, dem Warmwasserspeicher, den Handwerkerkosten sowie notwendigen Zusatzarbeiten zusammen. Eine pauschale Summe gibt es nicht, da die Preise je nach Gebäudeart (Altbau oder Neubau), Region und den örtlichen Gegebenheiten variieren. Als grobe Orientierung kannst du bei einer Gasheizung mit Gesamtkosten zwischen 17.140 und 23.530 Euro rechnen. Eine Ölheizung ist in der Anschaffung teurer und liegt oft zwischen 20.320 und 27.200 Euro, insbesondere wenn auch der Öltank erneuert werden muss.

Kostenpunkt Gasheizung (ca.) Ölheizung (ca.)
Brennwerttherme / Kessel 12.940 – 15.130 Euro 16.120 – 18.800 Euro
Warmwasserspeicher 1.000 – 1.500 Euro 1.000 – 1.500 Euro
Einbau (Handwerkerkosten) 1.500 – 3.500 Euro 1.500 – 3.500 Euro
Zusatzarbeiten (Demontage, Schornstein, Abgleich) 1.700 – 3.400 Euro 1.700 – 3.400 Euro

Materialkosten: Kessel, Therme und Speicher

Der größte Posten auf der Rechnung deines Heizungsbauers ist das Material. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen Gas- und Ölheizungen sowie zwischen kompakten Thermen (die an der Wand hängen) und bodenstehenden Kesseln.

  • Gas-Brennwerttherme: Für einen Neubau liegen die Kosten bei etwa 12.940 Euro, im Altbau bei ca. 14.230 Euro.
  • Gas-Brennwertkessel: Diese sind etwas teurer und kosten im Neubau rund 13.750 Euro, im Altbau etwa 15.130 Euro.
  • Öl-Brennwerttherme: Hier musst du mit 16.120 Euro (Neubau) bis 17.730 Euro (Altbau) rechnen.
  • Öl-Brennwertkessel: Die teuerste Variante schlägt mit 17.170 Euro (Neubau) bis 18.800 Euro (Altbau) zu Buche.

Zusätzlich wird für die Anlage ein neuer Warmwasserspeicher benötigt. Dieser kostet je nach Fassungsvermögen und Hersteller zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Beachte, dass bei einer Ölheizung noch Kosten für einen neuen Öltank hinzukommen können, falls der alte nicht mehr den Sicherheitsstandards entspricht. Dies treibt die Materialkosten massiv in die Höhe.

Handwerkerkosten und mögliche Zusatzarbeiten

Die reine Arbeitsleistung für den Einbau des Kessels und des Speichers wird von Fachbetrieben oft als Festpreis oder nach Stundenaufwand (ca. 60 bis 90 Euro pro Stunde) abgerechnet. Für die Installation solltest du 1.500 bis 3.500 Euro einplanen. Hinzu kommen mögliche Zusatzarbeiten, die du bei der Budgetplanung berücksichtigen musst:

  • Demontage und Entsorgung: Der Ausbau und die fachgerechte Entsorgung der alten Heizung kosten zwischen 500 und 700 Euro.
  • Schornsteinsanierung: Wenn du von einer alten Heizwert- auf moderne Brennwerttechnik wechselst, erfordert dies technisch ein neues Kunststoff-Abgasrohr im bestehenden Kamin. Dafür fallen 500 bis 1.500 Euro an.
  • Hydraulischer Abgleich: Damit die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt wird und die Anlage effizient arbeitet, ist ein hydraulischer Abgleich nötig. Dieser kostet zwischen 700 und 1.200 Euro.

Beispielrechnung: Austausch einer alten Gasheizung

Um die Kosten greifbarer zu machen, betrachten wir ein realistisches Szenario: In einem bestehenden Einfamilienhaus (Altbau, ca. 120 Quadratmeter) soll die alte Gasheizung gegen eine neue Gas-Brennwerttherme getauscht werden. Der Gasanschluss ist bereits vorhanden und wird weiter genutzt. Der Schornstein muss an die neue Brennwerttechnik angepasst werden, und auch der Warmwasserspeicher wird erneuert.

Leistung / Material Kosten (brutto)
Gas-Brennwerttherme 14.230 Euro
Warmwasserspeicher 1.250 Euro
Demontage & Entsorgung Altgerät 600 Euro
Schornsteinsanierung 1.000 Euro
Hydraulischer Abgleich 950 Euro
Einbau / Arbeitsleistung Fachbetrieb 2.500 Euro
Gesamtkosten ca. 20.530 Euro

Wichtige Kostentreiber im laufenden Betrieb

Die Anschaffungskosten sind nur die halbe Wahrheit. Wenn du dich heute für eine Gas- oder Ölheizung entscheidest, musst du die laufenden Betriebskosten genau im Blick behalten. Der Gesetzgeber hat Mechanismen eingeführt, die fossile Brennstoffe in den kommenden Jahren deutlich verteuern werden.

Ein zentraler Faktor ist der CO2-Preis. Dieser steigt gesetzlich gewollt an. Im Jahr 2025 liegt er bei 55 Euro pro Tonne, für 2026 sind bereits 65 Euro pro Tonne angesetzt. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet das allein für das Jahr 2025 eine reine CO2-Abgabe von etwa 220 Euro. Ab 2027 greift dann der freie Emissionshandel, was zu unkalkulierbaren Preissteigerungen führen kann.

Ein weiteres massives Kostenrisiko ist die sogenannte Bio-Treppe. Wer ab 2026 eine neue fossile Heizung einbaut, ist gesetzlich verpflichtet, ab 2029 einen steigenden Anteil an Bioenergie (Biogas oder Bioheizöl) beizumischen. Diese Pflicht startet bei 10 Prozent und steigt bis zum Jahr 2040 auf 60 Prozent an. Da Bio-Brennstoffe auf dem Markt deutlich teurer sind als herkömmliches Erdgas oder Heizöl, warnen Verbraucherzentralen hier vor einer langfristigen Kostenfalle.

Gesetzliche Lage und fehlende Förderung

Nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit Juli 2026 in Kraft ist, bleibt der Einbau von neuen Gas- und Ölheizungen weiterhin erlaubt. Es gibt kein pauschales Verbot, das dich zwingt, eine andere Technologie zu wählen. Allerdings hat der Staat die finanzielle Unterstützung für diese Systeme komplett gestrichen.

Für den Einbau von reinen Gas- oder Ölheizungen gibt es keinerlei staatliche Förderung mehr. Weder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) noch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für fossile Heizungen. Fördergelder von bis zu 70 Prozent fließen mittlerweile ausschließlich in erneuerbare Energien, wie beispielsweise Wärmepumpen.

So vergleichst du Angebote von Heizungsbauern

Da die Investition in eine neue Heizung erheblich ist, solltest du nicht ungesehen das erstbeste Angebot annehmen. Über eine Handwerkerbörse kannst du gezielt Anfragen stellen und Betriebe in deiner Region vergleichen. Achte beim Angebotsvergleich auf folgende Punkte:

  • Vollständigkeit: Sind alle notwendigen Positionen wie Demontage, Schornsteinsanierung und der hydraulische Abgleich im Angebot enthalten?
  • Materialauswahl: Welcher Hersteller wird angeboten? Handelt es sich um eine Therme oder einen Kessel?
  • Transparenz: Werden Material- und Arbeitskosten getrennt ausgewiesen?
  • Vor-Ort-Termin: Ein seriöser Fachbetrieb wird sich die Gegebenheiten in deinem Haus (z. B. Zustand des Schornsteins, Platz für den Speicher) idealerweise vor Ort ansehen, bevor er ein verbindliches Angebot abgibt.

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich der Einbau einer Gas- oder Ölheizung heute noch?

Die reinen Anschaffungskosten sind oft niedriger als bei einer Wärmepumpe. Allerdings warnen Verbraucherzentralen vor den stark steigenden Betriebskosten. Laut dem Heizspiegel 2025 zahlen Haushalte mit Gasheizung im Schnitt 15 Prozent mehr Heizkosten als im Vorjahr. Wärmepumpen sind im laufenden Betrieb seit 2022 durchgängig die günstigste Heizoption.

Bekomme ich noch Zuschüsse für eine neue Gasheizung?

Nein. Der Staat fördert den Einbau von rein fossilen Heizungen nicht mehr. Es gibt weder BAFA-Zuschüsse noch KfW-Kredite für Gas- oder Ölkessel.

Muss ich meine alte, funktionierende Heizung jetzt rausreißen?

Nein. Bestehende Heizungen genießen Bestandsschutz und dürfen weiterhin betrieben sowie repariert werden. Eine Austauschpflicht besteht in der Regel nur für Standard-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind.

Was passiert mit der CO2-Steuer in den nächsten Jahren?

Die CO2-Abgabe steigt kontinuierlich. Nach 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 steigt sie 2026 auf 65 Euro. Ab 2027 startet der freie Emissionshandel, was voraussichtlich zu weiteren, schwer kalkulierbaren Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen führen wird.