Mit diesen Kosten musst Du beim Abdichten Deines Flachdachs rechnen
Wenn Du Dein Flachdach abdichten lässt, liegen die Kosten für Material und Handwerker meist zwischen 40 und 70 Euro pro Quadratmeter. Kommen eine neue Dämmung oder ein kompletter Rückbau des alten Daches hinzu, steigen die Preise auf 80 bis über 150 Euro. Der genaue Preis hängt stark vom gewählten Material, der Dachform und der Zugänglichkeit ab.
Kostenlos für Auftraggeber
Flachdach abdichten Kosten: Preise für Bitumen, EPDM-Folie und Flüssigkunststoff: Angebote vergleichen.
Kostenlos und unverbindlich.
- Kostenlos anfragen
- Geprüfte Betriebe
- 100% unverbindlich
Direkt auf den Punkt: Was kostet das Abdichten eines Flachdachs?
Die Kosten für das Abdichten eines Flachdachs setzen sich aus dem Material, der Arbeitszeit der Handwerker und bauspezifischen Zusatzkosten zusammen. Wenn der alte Untergrund noch intakt ist und lediglich eine neue Abdichtungsschicht aufgetragen wird, kannst Du mit Gesamtkosten von 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter (brutto) rechnen.
Sobald jedoch die alte Schicht entfernt werden muss oder eine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich ist, steigen die Preise deutlich an. Die folgende Tabelle gibt Dir einen ersten Überblick über die zu erwartenden Gesamtkosten inklusive Material und Arbeitsleistung.
| Art der Maßnahme | Geschätzte Kosten pro m² (brutto) |
|---|---|
| Nur Abdichtung erneuern (auf Altbestand) | 40 bis 70 Euro |
| Abdichtung inklusive neuer Dämmung | 80 bis 120 Euro |
| Komplettsanierung (inkl. Rückbau Altbestand) | 120 bis 150 Euro |
| Hochwertige Komplettsanierung (Premium-Aufbau) | bis zu 250 Euro |
Materialkosten im Detail: Bitumen, EPDM oder Flüssigkunststoff?
Wenn Du planst, Dein Dach zu sanieren, spielt die Wahl des Materials eine zentrale Rolle. Jedes Material hat eigene Vorzüge in Bezug auf Langlebigkeit und Verarbeitung. Hier betrachten wir die reinen Materialkosten pro Quadratmeter, ohne die Arbeitszeit der Handwerker.
- Bitumenbahnen (2 bis 12 Euro/m²): Der absolute Klassiker. Bitumen wird meist zweilagig verlegt und mit offener Flamme verschweißt. Es ist in der Anschaffung sehr günstig, erfordert aber handwerkliches Geschick bei der Verarbeitung.
- PVC/FPO-Kunststoffbahnen (5 bis 15 Euro/m²): Diese Bahnen sind eine leichte und oft einlagig verlegte Alternative zu Bitumen. Sie werden an den Nähten mit Heißluft verschweißt.
- EPDM-Bahnen (10 bis 25 Euro/m²): Dieser synthetische Kautschuk ist extrem langlebig (bis zu 50 Jahre) und hochelastisch. Bei kleineren Dächern wie Garagen kann EPDM oft in einem einzigen, nahtlosen Stück verlegt werden, was das Risiko von Undichtigkeiten minimiert.
- Flüssigkunststoff (20 bis 30 Euro/m²): Dieses Material wird flüssig aufgetragen und härtet nahtlos aus. Es ist auf der großen Fläche recht teuer, spielt seine Stärken aber bei komplexen Dächern mit vielen Ecken, Rohren oder Lichtkuppeln aus.
Typische Kostentreiber und Zusatzarbeiten
Neben dem reinen Material fallen Arbeitskosten an. Für die reinen Abdichtungsarbeiten berechnen Fachbetriebe meist 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Kommen Dämmarbeiten hinzu, fallen weitere 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter an. Doch es gibt noch weitere Faktoren, die den Endpreis bestimmen:
Abrechnungseinheiten der Handwerker: Achte bei Angeboten darauf, wie abgerechnet wird. Die Grundfläche wird in Quadratmetern kalkuliert. Anschlüsse an Wände oder die Attika sowie Regenrinnen werden hingegen oft in Laufmetern abgerechnet. Durchdringungen wie Schornsteine oder Lüfterrohre tauchen meist als Stückpreis auf.
Dachdurchdringungen und Entwässerung: Ein Flachdach ist selten eine völlig leere Fläche. Ein neuer Dachgully für die Entwässerung kostet inklusive Einbindung etwa 80 bis 150 Euro pro Stück. Wenn Du eine bestehende Lichtkuppel in die neue Abdichtung handwerklich einbinden lässt, kostet das 150 bis 300 Euro. Eine komplett neue Lichtkuppel schlägt mit 500 bis 1.500 Euro zu Buche.
Zugänglichkeit der Baustelle: Wenn Dein Dach schwer erreichbar ist und das Material nicht über ein Treppenhaus oder ein einfaches Gerüst transportiert werden kann, wird ein Kran oder Außenaufzug benötigt. Hierfür berechnen Firmen oft pauschal 800 bis 2.500 Euro je Bauabschnitt.
Auflast: Viele Flachdächer erhalten zum Schutz vor UV-Strahlung und Windsog eine Schicht aus Kies. Eine solche Kies-Auflast kostet inklusive Material und Aufbringen etwa 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter.
Beispielrechnung: Garagendach mit EPDM-Folie abdichten
Um die Kosten greifbarer zu machen, schauen wir uns ein typisches Projekt an. Angenommen, Du möchtest das Flachdach Deiner Garage (30 Quadratmeter) sanieren. Der alte Belag ist noch fest und dient als Untergrund, ein Rückbau ist also nicht nötig. Du entscheidest Dich für eine hochwertige EPDM-Folie. Das Dach hat einen Dachgully, ist leicht zugänglich (kein Kran nötig) und soll am Ende eine Kiesauflast erhalten.
| Position | Kosten (netto) |
|---|---|
| Baustelleneinrichtung & Anfahrt (Pauschale) | 150,00 Euro |
| Material EPDM-Folie (30 m² à 20 Euro) | 600,00 Euro |
| Arbeitsleistung Abdichtung (30 m² à 15 Euro) | 450,00 Euro |
| Einbau & Anschluss 1 Dachgully (Stückpreis) | 100,00 Euro |
| Kiesauflast inkl. Aufbringen (30 m² à 25 Euro) | 750,00 Euro |
| Zwischensumme (netto) | 2.050,00 Euro |
| Zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer | 389,50 Euro |
| Gesamtkosten (brutto) | 2.439,50 Euro |
Hinweis: Dies ist eine fiktive Beispielrechnung. Die tatsächlichen Preise können je nach Region, Auslastung der Betriebe und exakter Materialwahl abweichen. In diesem Beispiel liegst Du bei rund 81 Euro brutto pro Quadratmeter.
Wichtige Vorschriften: Dämmpflicht, Asbest und Förderung
Bei Arbeiten am Dach gibt es einige rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte, die Du beachten solltest, da sie die Kosten stark beeinflussen können.
Die Dämmpflicht nach GEG: Wenn Du mehr als 10 Prozent der Dachfläche erneuerst (zum Beispiel bei einem Komplettabriss bis auf die Tragschicht), greift in der Regel das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das bedeutet, Du musst das Dach auf den aktuellen energetischen Standard dämmen. Bei reinen Reparaturen oder dem Überkleben einer intakten alten Schicht entfällt diese Pflicht oft. Kläre dies vorab mit Deinem Handwerker.
Vorsicht bei Asbest: Ist Dein Gebäude vor 1993 erbaut worden, können in den alten Dachmaterialien Asbestfasern enthalten sein. Vor einem Rückbau ist eine Schadstoffprüfung nach TRGS 519 vorgeschrieben. Ist der Befund positiv, steigen die Kosten für Schutzmaßnahmen und Spezialentsorgung erheblich.
Staatliche Förderung nutzen: Wenn Du das Flachdach nicht nur abdichtest, sondern auch energetisch dämmst, kannst Du die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) nutzen. Das BAFA gewährt 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten (die Abdichtung zählt dann als Umfeldmaßnahme). Hast Du einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), steigt der Zuschuss auf 20 Prozent. Wichtig: Der Antrag muss vor der verbindlichen Beauftragung des Handwerkers gestellt werden. Zudem ist die Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE) erforderlich.
So bereitest Du Deine Handwerker-Anfrage vor
Um realistische und vergleichbare Angebote zu erhalten, solltest Du Deine Anfrage auf einer Handwerkerbörse wie Meister-Job so präzise wie möglich formulieren. Je mehr Details der Dachdecker kennt, desto genauer kann er kalkulieren.
- Gib die genaue Grundfläche des Daches in Quadratmetern an.
- Beschreibe die Zugänglichkeit (Gibt es eine Treppe? Kann ein Transporter direkt am Haus parken?).
- Zähle alle Durchdringungen auf (Wie viele Schornsteine, Lüfterrohre, Lichtkuppeln oder Gullys gibt es?).
- Nenne das Baujahr des Hauses (wichtig wegen möglicher Asbestbelastung).
- Teile mit, ob Du bereits weißt, ob das alte Dach abgerissen werden muss oder ob es überklebt werden kann.
Häufige Fragen (FAQ)
Bitumen, EPDM oder Flüssigkunststoff – was ist besser?
Das hängt von Deinem Dach ab. Bitumen ist der günstige Klassiker, erfordert aber offene Flammen bei der Verlegung. EPDM ist teurer, hält aber bis zu 50 Jahre und lässt sich bei kleineren Dächern oft nahtlos verlegen. Flüssigkunststoff ist auf der Fläche teuer, aber die beste Wahl für Dächer mit extrem vielen Durchdringungen und verwinkelten Ecken.
Muss ich das Dach bei der Abdichtung dämmen?
Nicht immer. Wenn Du nur Reparaturen durchführst oder eine intakte alte Schicht überklebst, entfällt die Pflicht oft. Erneuerst Du jedoch mehr als 10 Prozent der Dachfläche (z. B. bei einem Komplettabriss), greifen die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und Du musst dämmen.
Kann ich die Arbeitskosten von der Steuer absetzen?
Ja. Wenn Du keine staatliche Förderung (wie BAFA oder KfW) in Anspruch nimmst, kannst Du 20 Prozent der reinen Arbeitskosten (inklusive Maschinen- und Fahrtkosten) als Handwerkerleistungen nach § 35a EStG steuerlich geltend machen. Der Maximalbetrag liegt bei 1.200 Euro pro Jahr. Alternativ gibt es den Steuerbonus für energetische Sanierungen nach § 35c EStG.
Regionale Suche
Holz- und Bautenschützer für Flachdach abdichten in deiner Nähe
Hier findest du passende Stadtseiten, wenn du Betriebe für Flachdach abdichten regional vergleichen möchtest.