Was kostet es, die Fassade streichen zu lassen?
Für einen professionellen Fassadenanstrich liegen die Kosten in Deutschland durchschnittlich zwischen 30 und 72 Euro pro Quadratmeter. Der genaue Preis hängt stark vom Zustand des Untergrunds, der Gebäudehöhe und der gewählten Farbart ab.
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Die Kosten für den Fassadenanstrich im Überblick
Wenn du einen Fachbetrieb beauftragst, setzen sich die Gesamtkosten aus verschiedenen Positionen zusammen. Die wichtigste Abrechnungseinheit für Arbeitsleistung, Reinigung und Material ist dabei der Quadratmeter (m²) Fassadenfläche. Im Durchschnitt bewegen sich die Preise für einen kompletten Anstrich inklusive Vorarbeiten in Deutschland zwischen 30 und 72 Euro pro Quadratmeter.
Die folgende Tabelle gibt dir eine detaillierte Orientierung über die einzelnen Preisbestandteile. Wichtig zu wissen: Wenn du die Maximalwerte der einzelnen Posten addierst, kommst du auf 76 Euro. In der Praxis liegen die maximalen Gesamtkosten jedoch bei etwa 72 Euro, da bei einem realen Projekt selten alle extremen Kostentreiber – wie die teuerste Farbe, der höchste Gerüstaufwand und die aufwendigste Reinigung – gleichzeitig in vollem Umfang anfallen.
| Leistungsposten | Kosten pro m² (ca.) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Fassadenreinigung | 2 bis 5 € | Meist per Hochdruckreiniger |
| Material (Farbe & Grundierung) | 8 bis 25 € | Abhängig vom gewählten Farbsystem |
| Arbeitsleistung (Maler) | 15 bis 30 € | Reine Streichkosten ohne aufwendige Vorarbeiten |
| Gerüstkosten | 6 bis 16 € | Alternativ oft pauschal nach Standzeit berechnet |
Zusätzlich zu diesen Quadratmeterpreisen können Pauschalkosten für spezielle Untergrundarbeiten anfallen. Wenn der alte Putz Risse aufweist oder abblättert, berechnen Malerbetriebe für das Spachteln, das Entfernen von Altputz und das Ausbessern je nach Schadensbild oft pauschal zwischen 500 und 1.400 Euro.
Welche Faktoren treiben die Preise in die Höhe?
Die Spanne der möglichen Kosten ist relativ groß. Das liegt daran, dass kein Haus dem anderen gleicht und die örtlichen Gegebenheiten stark variieren. Folgende Faktoren haben den größten Einfluss auf das finale Angebot deines Malerbetriebs:
- Zustand des Untergrunds: Eine intakte Fassade muss lediglich gereinigt und grundiert werden, bevor die neue Farbe aufgetragen wird. Sind jedoch aufwendige Putzsanierungen oder das Schließen tiefer Risse nötig, steigt der Arbeitsaufwand erheblich. Abblätternde alte Farbe muss mühsam entfernt werden, was zusätzliche Arbeitsstunden bedeutet.
- Gebäudehöhe und Zugänglichkeit: Ab dem ersten Obergeschoss ist ein Gerüst aus Gründen der Arbeitssicherheit in der Regel vorgeschrieben. Muss dieses Gerüst auf unebenem Gelände, an schwer zugänglichen Stellen oder gar auf dem öffentlichen Bürgersteig aufgebaut werden, steigen die Rüstkosten spürbar an.
- Abklebeaufwand: Ein Haus mit großen, glatten Wandflächen lässt sich schneller streichen als eine Fassade mit vielen Fenstern, Türen, Erkern oder angrenzenden Bauteilen wie Wintergärten. Jedes dieser Elemente erfordert ein zeitintensives und sorgfältiges Abkleben, was die Arbeitszeit des Malers verlängert und somit die Kosten in die Höhe treibt.
- Farbsystem: Hochwertige Spezialfarben, beispielsweise mit integriertem Algenschutz oder extrem wasserabweisenden Eigenschaften, sind in der Anschaffung teurer als einfache Standardfarben. Diese Investition zahlt sich jedoch auf der Wetterseite oft durch eine deutlich längere Haltbarkeit aus.
Realistische Beispielrechnung: Einfamilienhaus streichen
Um die abstrakten Quadratmeterpreise greifbarer zu machen, betrachten wir ein typisches Szenario für ein privates Wohnhaus. Angenommen, du besitzt ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit einer gesamten Fassadenfläche von 150 Quadratmetern. Der Untergrund ist intakt, es sind also keine aufwendigen Putzsanierungen nötig. Du beauftragst einen Fachbetrieb mit einem Standardanstrich. Dieser umfasst eine gründliche Reinigung, das Auftragen einer Grundierung sowie zwei Anstriche mit einer hochwertigen Silikonharzfarbe.
Die Kalkulation sieht in diesem Fall wie folgt aus:
- Gerüst (Auf- und Abbau plus Miete für ca. 2 Wochen): 1.500 €
- Fassadenreinigung und Abkleben (ca. 4,50 €/m²): 675 €
- Materialkosten für Grundierung und Farbe (ca. 15 €/m²): 2.250 €
- Arbeitskosten für Grundierung und zwei Anstriche (ca. 25 €/m²): 3.750 €
Gesamtkosten: 8.175 €
In diesem realistischen Beispiel landest du bei einem Quadratmeterpreis von rund 54,50 Euro. Damit liegst du genau im realistischen Marktdurchschnitt für ein solches Vorhaben.
Materialkosten: Welche Farbe ist die richtige?
Die Wahl der Farbe beeinflusst nicht nur die Optik deines Hauses, sondern auch den Schutz der Bausubstanz und natürlich die Materialkosten. Farbe wird im Handel in Litern verkauft, wobei der Verbrauch meist in Millilitern pro Quadratmeter angegeben wird. Als Faustregel gelten hier etwa 150 bis 200 Milliliter pro Quadratmeter für einen Anstrich. Malerbetriebe kalkulieren das Material in ihren Angeboten jedoch der Einfachheit halber direkt auf den Quadratmeter um.
Die Entscheidung für das richtige Farbsystem sollte nicht nur vom Preis abhängen. Wenn dein Haus beispielsweise in einer feuchten Umgebung steht oder von vielen Bäumen umgeben ist, lohnt sich der Aufpreis für eine Spezialfarbe fast immer. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder reinen Kalkputzen ist hingegen oft eine mineralische Farbe die einzig fachgerechte Wahl, da sie die Diffusionsfähigkeit des Mauerwerks nicht einschränkt.
- Dispersionsfarbe (0,50 bis 2,00 €/m² reine Farbe): Dies ist der günstige und gängige Klassiker unter den Fassadenfarben. Sie ist leicht zu verarbeiten und in unzähligen Farbtönen erhältlich. Allerdings bietet sie im Vergleich zu Spezialfarben etwas weniger Schutz gegen anhaltende Feuchtigkeit.
- Silikatfarbe (0,70 bis 3,00 €/m² reine Farbe): Diese mineralische Farbe verbindet sich chemisch mit dem Untergrund, ein Prozess, der als Verkieselung bezeichnet wird. Sie ist extrem atmungsaktiv und eignet sich hervorragend für mineralische Putze sowie historische Gebäude. Als Momentaufnahme aus dem Handel: Ein 15-Liter-Eimer weiße Silikatfarbe des Herstellers bausep kostet aktuell rund 110 Euro. Bei einem typischen Verbrauch reicht dieser Eimer für etwa 75 bis 100 Quadratmeter Fassadenfläche.
- Silikonharzfarbe (1,00 bis 3,50 €/m² reine Farbe): Dies ist oft die teuerste, aber für viele Häuser die sinnvollste Option. Silikonharzfarbe ist stark wasserabweisend, bleibt dabei aber atmungsaktiv. Sie verfügt häufig über einen Selbstreinigungseffekt, der Algen- und Pilzbefall effektiv vorbeugt. Besonders für die Wetterseite eines Hauses ist sie ideal.
Zusatzkosten für Gerüst und Untergrundvorbereitung
Neben der reinen Farbe und der Arbeitszeit des Malers fallen oft weitere Kosten an, die du bei der Budgetplanung berücksichtigen musst. Das Gerüst ist hierbei ein großer Posten. Die Kosten werden entweder pro Quadratmeter Fassadenfläche (6 bis 16 Euro) berechnet oder pauschal veranschlagt. Bei einer pauschalen Abrechnung kosten der Auf- und Abbau oft zwischen 500 und 800 Euro, zuzüglich einer Miete von 200 bis 300 Euro pro Woche für ein Gerüst von etwa 100 Quadratmetern.
Auch die Vorarbeiten schlagen zu Buche. Eine professionelle Fassadenreinigung mit dem Hochdruckreiniger kostet meist zwischen 2 und 5 Euro pro Quadratmeter. Wenn der Untergrund stark beschädigt ist, Risse gespachtelt oder alte Putzschichten entfernt werden müssen, kalkulieren Betriebe hierfür oft Pauschalen zwischen 500 und 1.400 Euro, abhängig vom genauen Schadensbild.
Rechtliches, Steuern und Fördermittel
Bevor du den Auftrag vergibst, solltest du einige rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen kennen. Ein reiner Fassadenanstrich wird staatlich nicht direkt gefördert. Zuschüsse, beispielsweise eine 15-prozentige Grundförderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM), erhältst du nur, wenn der Anstrich als Umfeldmaßnahme im Zuge einer energetischen Sanierung stattfindet. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du gleichzeitig ein Wärmedämmverbundsystem anbringen lässt.
Dennoch kannst du bei einem reinen Anstrich Geld vom Staat zurückbekommen: Private Auftraggeber können nach § 35a EStG 20 Prozent der reinen Arbeits- und Gerüstkosten steuerlich absetzen. Der maximale Abzugsbetrag liegt hier bei 1.200 Euro pro Jahr. Wichtig ist dafür, dass du die Handwerkerrechnung per Überweisung begleichst und die Materialkosten auf der Rechnung separat ausgewiesen sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Gerüst: Sollte dieses für die Arbeiten auf öffentlichem Grund, wie etwa einem Bürgersteig oder einer Straße, aufgestellt werden müssen, ist eine behördliche Genehmigung der zuständigen Gemeinde erforderlich. Diese Sondernutzungserlaubnis kostet in der Regel zwischen 100 und 200 Euro. Plane hierfür unbedingt eine Bearbeitungszeit von zwei bis drei Wochen ein, bevor die Arbeiten beginnen können.
So bereitest du den Angebotsvergleich vor
Eine gründliche Vorbereitung ist das A und O für einen langlebigen Fassadenanstrich. Um die besten Konditionen für dein Projekt zu finden, ist ein sorgfältiger Angebotsvergleich unerlässlich. Über eine Handwerkerbörse wie Meister-Job kannst du dein Vorhaben unkompliziert ausschreiben und passende Malerbetriebe aus deiner Region kontaktieren. Damit die Firmen realistische und vergleichbare Kostenvoranschläge erstellen können, solltest du deine Anfrage gut vorbereiten.
Achte darauf, dass die Betriebe die Vorarbeiten transparent ausweisen. Ein seriöses Angebot trennt die Kosten für die Hochdruckreinigung klar von den eigentlichen Streicharbeiten. Auch das Abkleben von Fenstern, Türen und Dachüberständen sollte als separater Posten oder mit einem klaren Stundenansatz aufgeführt sein. Je präziser du dein Projekt beschreibst, desto genauer wird der Kostenvoranschlag ausfallen und desto besser bist du vor unerwarteten Nachforderungen geschützt.
Stelle bei deiner Anfrage folgende Informationen bereit:
- Die ungefähre Größe der Fassadenfläche in Quadratmetern.
- Aussagekräftige Fotos der aktuellen Fassade, insbesondere von Problemstellen wie Rissen oder abblätternder Farbe.
- Informationen zur Zugänglichkeit des Grundstücks (Gibt es Platz für ein Gerüst? Ist der Untergrund befestigt?).
- Deine Wünsche bezüglich der Farbart, falls du dich zwischen Dispersions-, Silikat- oder Silikonharzfarbe bereits entschieden hast.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich die Fassade auch selbst streichen?
Bei einstöckigen Häusern wie Bungalows ist das Streichen in Eigenleistung oft gut machbar, da kein aufwendiges Gerüst benötigt wird. Bei mehrgeschossigen Gebäuden raten Experten jedoch aufgrund der Absturzgefahr am Gerüst und möglicher Gewährleistungsverluste bei falscher Untergrundbehandlung zur Beauftragung eines Profis. Du kannst aber Kosten sparen, indem du Vorarbeiten wie das Abkleben von Fenstern oder das Abmontieren von Außenleuchten selbst übernimmst.
Muss ich das Haus dämmen, wenn ich die Fassade streiche?
Nein. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) greift bei reinen Anstricharbeiten oder kleinen Rissausbesserungen nicht. Ein reiner Auffrischungsanstrich löst keine gesetzliche Dämmpflicht aus. Diese entsteht erst, wenn mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche grundlegend erneuert werden, beispielsweise durch das Abschlagen und Erneuern des kompletten Putzes.
Wie werden die Gerüstkosten abgerechnet?
Es gibt zwei gängige Modelle in der Praxis: Entweder berechnet der Betrieb einen festen Quadratmeterpreis für die eingerüstete Fläche (meist 6 bis 16 Euro pro m²), oder es wird eine Pauschale für den Auf- und Abbau (ca. 500 bis 800 Euro) zuzüglich einer wöchentlichen Miete (ca. 200 bis 300 Euro für ein 100-m²-Gerüst) vereinbart.
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