Was kostet der Einbau einer Etagenheizung?
Die Kosten für eine neue Etagenheizung starten bei etwa 5.500 Euro für eine klassische Gas-Kombitherme. Entscheidest du dich für eine moderne Etagenwärmepumpe, liegen die Gesamtkosten zwischen 3.000 und 20.000 Euro, wobei staatliche Förderungen von bis zu 80 Prozent deinen Eigenanteil massiv senken können.
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Wenn du eine Wohnung sanierst oder eine alte Heizung austauschen musst, stellt sich schnell die Frage nach der passenden Technik und den damit verbundenen Ausgaben. Der Markt für Etagenheizungen wandelt sich derzeit stark. Während früher die Gastherme der unangefochtene Standard war, rücken heute Etagenwärmepumpen in den Fokus. Die Wahl der Technologie bestimmt maßgeblich, welche Kosten auf dich zukommen.
Mit diesen Kosten musst du bei einer Etagenheizung rechnen
Die Preise für eine Etagenheizung werden in der Regel als Pauschalpreis pro Wohneinheit abgerechnet. Da sich die Technologien grundlegend unterscheiden, variieren auch die Anschaffungs- und Installationskosten erheblich. Die folgenden Werte geben dir eine realistische Orientierung für das Jahr 2026, inklusive Material und Arbeitsleistung.
| Heizungstyp | Beschreibung | Geschätzte Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Gas-Etagenheizung | Klassische Kombitherme für Heizung und Warmwasser. | ab ca. 5.500 Euro |
| Etagenwärmepumpe (Luft-Luft) | Split-Klimaanlage mit Heizfunktion. Benötigt oft einen separaten Durchlauferhitzer für Warmwasser. | 3.000 bis 6.000 Euro |
| Etagenwärmepumpe (Luft-Wasser) | 1:1 Tausch an bestehende Heizkörper. | 5.000 bis 15.000 Euro |
| Luft-Wasser-Komplettlösung | Inklusive integrierter Warmwasserbereitung. | 10.000 bis 20.000 Euro |
Beachte, dass bei Wärmepumpen die Arbeitsleistung einen großen Teil der Kosten ausmacht. Typischerweise entfallen etwa 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten auf die Installation, da der Aufwand durch Kernbohrungen und elektrische Anpassungen höher ist als bei einem reinen Kesseltausch.
Die wichtigsten Kostentreiber beim Heizungstausch
Der finale Preis auf dem Angebot deines Heizungsbauers hängt von mehreren individuellen Faktoren ab. Wenn du die Kostentreiber kennst, kannst du Angebote besser vergleichen und böse Überraschungen vermeiden.
- Technologiewahl: Eine Gastherme ist in der reinen Anschaffung oft günstiger als eine Wärmepumpe. Allerdings müssen bei Gas die steigenden CO2-Preise (55 bis 65 Euro pro Tonne im Jahr 2026) in die langfristige Betrachtung einbezogen werden.
- Warmwasserbereitung: Ein Kombigerät, das Heizung und Warmwasser vereint, ist in der Anschaffung teurer. Die Alternative ist eine dezentrale Lösung über Strom, beispielsweise ein Durchlauferhitzer, was die Installationskosten der Heizung senkt, aber die Stromkosten erhöhen kann.
- Schallschutz und Kondensat: Bei Etagenwärmepumpen (insbesondere Split-Geräten) muss ein Außengerät installiert werden. Dieses muss schallgedämmt sein, um Nachbarn nicht zu stören. Zudem muss das anfallende Kondensatwasser fachgerecht abgeführt werden, was zusätzliche Rohrleitungen erfordert.
- Elektrik: Wärmepumpen benötigen einen entsprechenden Stromanschluss (in der Regel 230 Volt). Wenn die Elektrik in einem Altbau veraltet ist, fallen hier zusätzliche Kosten für den Elektriker an.
Beispielrechnung: Tausch einer Gastherme gegen eine Wärmepumpe
Um die Kosten greifbarer zu machen, betrachten wir ein typisches Szenario: In einer 1- bis 3-Zimmer-Wohnung soll die alte Gastherme durch eine moderne Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe ersetzt werden. Die bestehenden Heizkörper werden weiter genutzt, das Warmwasser ist in das neue System integriert. Der Eigentümer beantragt die maximale KfW-Förderung.
| Kostenpunkt | Betrag |
|---|---|
| Materialkosten (Wärmepumpe, Inneneinheit, Verrohrung) | ca. 9.000 Euro |
| Arbeitskosten (Demontage, Montage, Elektrik, Inbetriebnahme) | ca. 4.000 Euro |
| Gesamtkosten vor Förderung | 13.000 Euro |
| Abzug KfW-Förderung (Programm 458, hier konservativ mit 70 % gerechnet) | – 9.100 Euro |
| Eigenanteil des Eigentümers | 3.900 Euro |
Dieses Beispiel zeigt deutlich: Obwohl die Investitionskosten für eine Wärmepumpe zunächst hoch erscheinen, macht die staatliche Förderung das Projekt finanziell äußerst attraktiv. Die maximal förderfähigen Kosten liegen für die erste Wohneinheit bei 28.000 Euro.
Gesetzliche Vorgaben und Förderungen (Stand 2026)
Wer heute eine Heizung tauscht, muss die aktuelle Gesetzeslage kennen. Im Juli 2026 wurde das Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst. Entgegen vieler Gerüchte gibt es keine pauschale Austauschpflicht für funktionierende Gasetagenheizungen. Auch der Einbau einer neuen Gas-Etagenheizung ist weiterhin erlaubt, sofern keine kommunale Wärmeplanung dem entgegensteht.
Besonders interessant ist die Fördersituation: Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Richtlinien für das KfW-Programm 458. Der Tausch einer Gasetagenheizung gegen eine Wärmepumpe wird mit bis zu 80 Prozent gefördert. Der Grund dafür ist, dass Gasetagenheizungen den sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus altersunabhängig auslösen.
Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) gibt es zudem eine wichtige Frist: Wird in einem Mehrfamilienhaus eine Etagenheizung ausgetauscht, hat die WEG fünf Jahre Zeit zu entscheiden, ob das gesamte Gebäude auf eine Zentralheizung umgestellt wird. Fällt die Entscheidung für eine Zentralisierung, darf die alte Etagenlösung noch maximal acht Jahre weiterbetrieben werden.
Zentralisierung als Alternative zur Etagenheizung
In Mehrfamilienhäusern steht oft die Frage im Raum, ob die vielen einzelnen Etagenheizungen durch eine große Zentralheizung ersetzt werden sollen. Dies ist ein massiver Eingriff in die Gebäudestruktur. Für die zentrale Anlage im Gebäude fallen Kosten zwischen 25.000 und 50.000 Euro an. Hinzu kommen 2.000 bis 5.000 Euro pro Wohnung für die Installation der Wohnungsübergabestationen. Eine solche Entscheidung muss in der WEG gut abgewogen und gemeinsam beschlossen werden.
So bereitest du den Angebotsvergleich vor
Wenn du dich für den Einbau einer neuen Etagenheizung entschieden hast, solltest du über eine Handwerkerbörse wie Meister-Job mehrere Angebote einholen. Achte beim Vergleich nicht nur auf den Endpreis, sondern auf die Details. Prüfe, ob die Demontage und Entsorgung des Altgeräts im Preis enthalten sind. Kontrolliere bei Wärmepumpen, ob die Kosten für Kernbohrungen, die Kondensatableitung und eventuelle Elektroarbeiten bereits einkalkuliert wurden. Nur wenn alle notwendigen Arbeitsschritte aufgeführt sind, kannst du die Angebote seriös miteinander vergleichen.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Etagenheizung (FAQ)
Darf ich 2026 noch eine neue Gas-Etagenheizung einbauen?
Ja, nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist der Einbau einer neuen Gas-Etagenheizung grundsätzlich weiterhin erlaubt. Du musst jedoch prüfen, ob in deiner Region eine kommunale Wärmeplanung vorliegt, die den Einbau lokal einschränkt oder verbietet.
Brauche ich die Zustimmung der WEG für eine Etagenwärmepumpe?
Ja, die Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft ist grundsätzlich erforderlich. Für die Installation des Außengeräts (beispielsweise an der Fassade oder auf dem Balkon) müssen bauliche Veränderungen am Gemeinschaftseigentum vorgenommen werden.
Lohnt sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe in der Etage?
Oftmals ja, denn durch die extrem hohe Förderung von bis zu 80 Prozent sinken die Anschaffungskosten drastisch. Zudem machen die steigenden CO2-Preise für Gas (55 bis 65 Euro pro Tonne in 2026) den Betrieb einer Wärmepumpe langfristig oft deutlich günstiger.
Wie wird das Warmwasser bei einer Etagenwärmepumpe erzeugt?
Es gibt zwei gängige Wege: Entweder nutzt du ein Kombigerät (meist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen), das Heizung und Warmwasser übernimmt, oder du installierst einen separaten elektrischen Durchlauferhitzer. Letzteres wird häufig bei Luft-Luft-Systemen (Split-Klimaanlagen) angewendet.
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