Kosten für Anschaffung, Montage und Betrieb einer Elektroheizung

Die Anschaffungskosten für eine komplette Elektroheizung im Einfamilienhaus liegen zwischen 2.000 und 18.000 Euro, während Einzelgeräte ab 30 Euro erhältlich sind. Der größte Kostenfaktor ist der Betrieb: Da Strom deutlich teurer als Gas oder Öl ist, lohnt sich das Heizen mit Strom fast ausschließlich in sehr gut gedämmten Gebäuden oder mit eigener Photovoltaikanlage.

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Elektroheizung Kosten: Preise für Einbau, Betrieb und Stromverbrauch Preis-Vergleich

Die Entscheidung für eine Elektroheizung hängt stark vom Verhältnis zwischen günstiger Anschaffung und hohen laufenden Ausgaben ab. Hier findest du die genauen Preise für Material, Handwerker und den Stromverbrauch, um dein Projekt realistisch kalkulieren zu können.

Was kostet eine Elektroheizung in der Anschaffung?

Die Materialkosten für Elektroheizungen variieren enorm, je nachdem, ob du nur einen kleinen Raum zuheizen möchtest oder ein komplettes Gebäude ausstattest. Die Preise richten sich nach der Art der Heizung, der Leistung und dem Design.

Heizungstyp / Umfang Geschätzte Materialkosten (Stand 2026)
Mobile Geräte (Heizlüfter, Radiatoren) 30 bis 500 Euro pro Gerät
Fest installierte Direktheizungen (Wand/Decke) 150 bis 1.250 Euro pro Gerät
Infrarotheizung (komplette Wohnung, ca. 70 m²) ca. 3.000 Euro
Flächenheizung (Einfamilienhaus, 10 Heizkörper) ca. 6.500 Euro
Gesamtanlage (Einfamilienhaus, ca. 120 m²) 2.000 bis 18.000 Euro (inkl. Zubehör)

Soll die Elektroheizung auch das Warmwasser bereiten, benötigst du zusätzlich elektrische Durchlauferhitzer. Für ein Einfamilienhaus fallen hierfür noch einmal rund 800 Euro an Materialkosten an.

Kosten für die Montage der Elektroheizung und den Anschluss

Ein großer Vorteil der Elektroheizung ist der geringe Installationsaufwand. Es müssen keine Rohre verlegt, keine Schornsteine gebaut und keine Brennstofflager eingerichtet werden. Mobile Geräte steckst du einfach in die Steckdose – hier fallen gar keine Handwerkerkosten an.

Anders sieht es bei fest installierten Systemen wie elektrischen Fußbodenheizungen, Infrarot-Deckenpaneelen oder fest verdrahteten Wandkonvektoren aus. Diese dürfen laut Netzbetreiber-Vorgaben nur von einer zertifizierten Elektrofachkraft angeschlossen werden. Die reinen Kosten für die Montage der Elektroheizung sind bei den Geräten selbst überschaubar, doch ein oft unterschätzter Kostenpunkt ist die Zähler-Infrastruktur.

Wenn du für deine Anlage einen vergünstigten Heizstromtarif nutzen möchtest, schreibt der Netzbetreiber eine getrennte Messung vor. Das bedeutet, du brauchst einen zweiten Stromzähler. Der Zähler selbst kostet 50 bis 100 Euro zuzüglich der Montagezeit. In vielen Altbauten entspricht der vorhandene Zählerschrank jedoch nicht mehr den aktuellen Normen und bietet keinen Platz für einen zweiten Zähler. Muss der komplette Zählerschrank erneuert werden, entstehen schnell Handwerkerkosten von mehreren tausend Euro.

Betriebskosten: Stromverbrauch und Tarife 2026

Die laufenden Kosten sind der entscheidende Faktor. Elektrische Direktheizungen wandeln Strom im Verhältnis 1:1 in Wärme um. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom entsteht exakt eine Kilowattstunde Wärme. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe macht aus einer kWh Strom durch die Nutzung von Umweltwärme etwa drei bis vier kWh Wärme.

Da Strom ein vergleichsweise teurer Energieträger ist, summieren sich die Betriebskosten schnell. Im September 2026 liegt der durchschnittliche Preis für Haushaltsstrom für Bestandskunden bei etwa 31,1 Cent/kWh. Wer einen speziellen Heizstromtarif abschließen kann (Voraussetzung: eigener Zähler), zahlt als Neukunde aktuell zwischen 20 und 25 Cent/kWh. Im Vergleich zu Gas, das im Frühjahr 2026 bei etwa 11 bis 11,6 Cent/kWh lag, ist das Heizen mit Strom also deutlich teurer.

Die wichtigsten Preistreiber beim Heizen mit Strom

  • Dämmstandard des Gebäudes: Dies ist der größte Hebel. Ein unsanierter Altbau benötigt pro Jahr etwa 150 bis 200 kWh Wärme pro Quadratmeter. Ein gut gedämmter Neubau kommt mit 30 bis 50 kWh aus. In einem Altbau explodieren die Stromkosten einer Elektroheizung förmlich.
  • Wahl des Stromtarifs: Die Differenz zwischen normalem Haushaltsstrom und einem Heizstromtarif beträgt 6 bis 7 Cent pro kWh. Bei einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh macht das bereits 600 bis 700 Euro Unterschied aus.
  • Zähler-Infrastruktur: Wie bereits erwähnt, kann die Notwendigkeit eines neuen Zählerschranks die Ersparnis durch einen günstigeren Tarif für Jahre zunichtemachen.

Beispielrechnung: Einbau und Betrieb im Vergleich

Betrachten wir zwei realistische Szenarien für Anschaffung und Betrieb.

Szenario 1: Anschaffung für ein Einfamilienhaus

Du möchtest ein Haus mit einer elektrischen Flächenheizung ausstatten. Es werden 10 Heizkörper (je 1.200 Watt) benötigt, plus ein Durchlauferhitzer für das Warmwasser. Der Zählerschrank ist modern genug und muss nicht getauscht werden.

  • 10 elektrische Heizkörper: 6.500 Euro
  • 1 Durchlauferhitzer: 800 Euro
  • Gesamtkosten Material: 7.300 Euro

Hinzu kommen die individuellen Stundenlöhne des Elektrikers für den fachgerechten Anschluss der Geräte.

Szenario 2: Jährliche Betriebskosten einer Wohnung

Du beheizt eine 70 Quadratmeter große Wohnung mit einer Infrarotheizung. Du hast einen Stromtarif von 27 Cent/kWh.

  • Stromkosten pro Jahr: ca. 1.200 Euro

Hinweis: Diese Betriebskosten setzen eine durchschnittliche bis gute Dämmung voraus. Im ungedämmten Altbau lägen die Kosten drastisch höher.

Rechtliches und Förderung: Was du wissen musst

Wenn du eine Elektroheizung planst, solltest du die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen kennen:

  • Keine staatliche Förderung: Weder das BAFA noch die KfW fördern den Einbau von klassischen Elektro-Direktheizungen. Der Grund liegt in der CO2-Bilanz: Der deutsche Strommix verursacht mit ca. 380 Gramm CO2 pro kWh deutlich mehr Emissionen als beispielsweise die direkte Verbrennung von Erdgas (201 Gramm CO2/kWh).
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024): Trotz der fehlenden Förderung ist die elektrische Direktheizung nach § 71d GEG als Erfüllungsoption für die Vorgabe anerkannt, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.
  • Gesetzesänderung 2026 (EnFG): Für Wärmepumpenstrom mit eigenem Zähler entfallen ab 2026 die KWKG-Umlage sowie die Offshore-Netzumlage. Das senkt den Strompreis um rund 1,65 Cent/kWh (brutto). Prüfe mit deinem Versorger, inwiefern dies auch für klassische Heizstromtarife für Direktheizungen anwendbar ist.

So bereitest du den Angebotsvergleich vor

Wenn du dich entscheidest, Angebote von Elektrikern über eine Handwerkerbörse einzuholen, solltest du deine Anfrage präzise formulieren. Das spart Rückfragen und sorgt für vergleichbare Preise:

  1. Einsatzzweck definieren: Gib an, ob es sich um eine Hauptheizung oder eine Zusatzheizung (z. B. nur fürs Bad) handelt.
  2. Raumdaten liefern: Nenne die Quadratmeterzahl und, ganz wichtig, den Dämmstandard des Gebäudes (z. B. Baujahr, letzte Sanierung).
  3. Zählersituation beschreiben: Mach ein Foto von deinem aktuellen Zählerschrank. So kann der Elektriker sofort einschätzen, ob für einen Heizstromtarif ein teurer Umbau nötig ist.
  4. Leistungsumfang klären: Sollen die alten Heizkörper demontiert und entsorgt werden? Wer besorgt die neuen Geräte – du oder der Handwerker?

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich eine Elektroheizung als Hauptheizung?

Die Verbraucherzentrale rät von elektrischen Direktheizungen als Hauptheizung ab. Da sie Strom 1:1 in Wärme umwandeln, treiben sie die Stromkosten extrem in die Höhe. Wirtschaftlich sinnvoll sind sie fast ausschließlich in sehr gut gedämmten Neubauten (ab KfW-55-Standard) und idealerweise in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage.

Bekomme ich für meine Infrarotheizung automatisch günstigen Heizstrom?

Nein. Voraussetzung für einen vergünstigten Heizstromtarif ist eine getrennte Messung durch einen eigenen Stromzähler. Wenn dein Zählerschrank dafür komplett umgebaut werden muss, fressen die Handwerkerkosten die Ersparnis des günstigeren Tarifs oft wieder auf. Viele Infrarotheizungen laufen daher über den teureren Haushaltsstrom.

Darf ich eine fest installierte Elektroheizung selbst anschließen?

Nein. Während du mobile Heizlüfter einfach in die Steckdose stecken darfst, dürfen fest installierte Systeme (wie elektrische Fußbodenheizungen oder fest verdrahtete Wandgeräte) laut Netzbetreiber-Vorgaben nur von einer zertifizierten Elektrofachkraft an das Stromnetz angeschlossen werden.